1998-10-06 Einführung
Sprechstunde: Institut für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik, Argentinierstr. 8, 4. Stock
hanappi#pop.tuwien.ac.at http://www.vwl.tuwien.ac.at/hanappi/: auch Prüfungstermine usw.
alle Scheine von VO GZ der Winf, von den Übungen und dem Praktikum. Die Vorlesungen haben Tests, 14 Tage vor dem letzten Test sich am SoWi-Dekanat für die Prüfung anmelden.
aus dem Web herunterladen (Winword-Datei) oder am Institut ausborgen und kopieren.
Gruppen mit 2-3 StudentInnen bilden.
1. ein wirtschaftsinformatischer Text (evt. Englisch) muß durchgearbeitet, auf 3-5 Seiten zusammengefaßt und präsentiert werden. Overhead-Folien mit den wesentlichen Teilen des Textes didaktisch aufbereitet.
2. Thema eigener Wahl ("Wirklichkeitsbereich wirtschaftsinformatisch modellieren"), umfangreicher (10 A4-Seiten ca.)
Alle Gruppenmitglieder bekommen die selbe Note.
Modellieren in der Wirtschaftsinformatik: mathematisches Modell oder ein Simulationsprogramm erstellen. In der Übung sollte in diese Richtung hingearbeitet werden.(Wochenendausflug: Variablen auswählen, sie zueinander in Beziehung setzen, verbal beschreiben (so, daß eine formalere Beschreibung herauskommen kann)).
Modell wird üblicherweise zur Prognose verwendet, und sollte einen Sinn haben.
Bis zur nächsten Woche: Gruppen vorbereiten, am Ende der Vorlesung Zettel mit Namen, MatrNr abgeben.
Mo, 12.10., 15:15-16:30 Kontaktraum Gußhausstr. 27-29, 6. Stock. Letzter Termin: Do, 16:00
Die OLVA dient dazu, die Fächer und LehrveranstaltungsleiterInnen vorzustellen.
Vorlesungsskriptum per anonymous FTP:
ftp.vwl.tuwien.ac.at/hanappi/Gdw1.doc
Wirtschaftsinformatik ist die jüngste Disziplin, ist als Studienversuch 1971 entstanden. Sie hat sich als sehr erfolgreich erwiesen und wurde schon bald ein richtiges Studium.
TU und Hauptuni haben Wirtschaftsinformatik immer zusammen betrieben.
Die Wirtschaft hat immer ein großes Interesse an AbsolventInnen gehabt, auch wenn das Berufsbild sich stark gewandelt hat.
Wirtschaftsinformatik ist an der TU die zweitgrößte Studienrichtung.
entsteht durch Arbeitsteilung, die ProduzentInnen produzieren von ihrer Spezialität mehr als sie brauchen und tauschen diese gegen andere Güter, die sie brauchen. Die Ökonomie beschäftigt sich mit Marktprozessen (= Ausgleich von Angebot und Nachfrage).
BWL hat einen großen Anteil an Heuristiken (= "Rezepte", die nicht theoretisch begründet sind, aber "gut funktionieren").
Positivismus: geht nur vom Erfahrbaren aus (im Gegensatz zur "inneren Erleuchtung"). Kampfansage an die religiöse Weltsicht des Mittelalters.
Karl Popper: Wissenschaftliche Erkenntnis entsteht aus vorwissenschaftlichem Erfahrungswissen, wenn dieses von der Wissenschaftlergemeinde als "allgemeingültig, geordnet und überprüfbar" erachtet wird.
Thomas Kuhn: Auf Phasen Popperscher "Normalwissenschaft" folgen Durchbrüche neuer "Paradigmen". Manchmal passiert jahrzehntelang nichts, nur aufgrund eines geltenden Paradigmas wird weitergearbeitet. Erst wenn Phänomene auftreten, die nicht erklärbar sind, passiert eine "wissenschaftliche Revolution". Der Kern eines Paradigmas sind meist einige "Sätze", die oft zusammenhängen, darum ist ein "Schutzgürtel", also Sätze, die locker zum Kern gehören. (Beispiel Physik: alte Paradigmen sind oft Sonderfälle in den neuen Paradigmen)
René Descartes: Wesentlich ist die Methode der Kritik: An allem kann mensch Kritik üben. Durchs Infragestellen der Dinge erfährt mensch mehr über diese. "Vorrang des Geistigen vor dem Materiellen" - oft kritisiert.
=> Praxis, experimentelle Praxis
Hegel, Kant: Wissenschaft muß "hinter das unmittelbar Gegebene" schauen (z.B. Theorie der Wärme). Zweifel am unmittelbar Gegebenen ist die einzige Existenzberechtigung der Wissenschaft.
Ludwig Wittgenstein:
"Sprachspiel" => "Schule" => "Paradigma"
=> Wechselspiel zwischen Theorie und Praxis
Näher an ihren Gegenstandsbereich herankommen, von ihm lernen.
(Soziale) Gesetze können nicht nur entdeckt, sondern teilweise "gemacht" werden.
Historischer Ansatz: Information in frühesten sozialen Formen ist entweder "Technik" oder "Religion".
Herrschende üben politische Macht entweder durch direkte Gewaltausübung oder durch Kontrolle über Informationsprozesse (Substitut für physische Gewalt) aus.
Genese wichtiger Informationen: Wechselspiel zwischen Faktenwissen und prozeduralem Wissen.
Faktenwissen durch prozedurales Wissen zu ersetzen ist sehr oft wichtig (z.B. Gleichungssysteme lösen). Ohne Kenntnis von Fakten ist prozedurales Wissen aber oft unnütz.
1. Schritt: Bestimmung der relevanten Entitäten (Menschen, Institutionen usw.)
2. Schritt: Der prozedurale Ablauf, der die Entitäten zueinander in Beziehung setzt, wird gemerkt.
3. Schritt: Prozedurales wird in gesprochene Sprache übertragen - in eine lineare, weil zeitlich hintereinander aufgereiht liegende, Struktur gepreßt.
4. Schritt: Prozedurales Wissen wird in eine geschriebene Sprache, also in eine räumliche Struktur (eher Faktenwissen) verwandelt.
Faktenwissen und prozedurales Wissen gehen beständig ineinander über. (Zeit und Raum - Kant)
Ist Information ein Name für alles Erfahrbare?
Leere eines Begriffs, wenn er nicht auch etwas nicht bezeichnet. Wenn alles Erfahrbare "Information" ist, was ist dann nicht Information?
=> "Brauchbarer" Begriff ist einer, der mit der Widersprüchlichkeit seiner Semantik (=Bedeutung) mitwächst.
Die Brauchbarkeit einer "Information", eines Begriffes, ist von der den Begriff verwendenden Gruppe nicht zu trennen. Der Begriff entsteht und vergeht mit den Widersprüchen zu deren Bewältigung er von der ihn verwendeten Gruppe geschaffen wurde.
Ökonomie: Analoge Unterteilung: "technische Informationen" versus "Wertlehren" (Objektive und subjektive Wertlehren: Was ist ein Schuh wert?).
Praktische Trends der "Informationsrevolution" (=Informationsverarbeitung wird immer billiger):
Verwirrung kulminiert => Notwendigkeit der Wirtschaftsinformatik!
Teile der anderen Disziplinen werden abgegrenzt, wenn z.B. in der Informatik irgendwelche Fragen nichts mit Wirtschaft oder in der Wirtschaftswissenschaft bestimmte Phänomene nichts mit Informationsverarbeitung zu tun haben.
Da die Wirtschaftsinformatik aus verschiedenen Disziplinen zusammengewachsen ist, löst sie "Randprobleme" der alten Disziplinen, mit denen diese selbst Schwierigkeiten haben.
ftp.vwl.tuwien.ac.at/hanappi/Gdw2-1.doc
Aneignung von Information: Information fließt in eine Richtung.
Hayek meinte, alle Information in der Ökonomie ließe sich letztlich auf den Preis zurückführen. Demnach wäre die Aneignung von Information beschränkt auf die Suche nach dem besten Preis.
Im theoretischen "vollkommenen Markt" ist Information keine Komponente, weil angenommen wird, daß alle alles über Konkurrenz, Technologie, Preise usw. wissen. Das erlaubt ein einfacheres mathematisches Modell. Das ist natürlich in Wirklichkeit nicht so.
Die Möglichkeit, daß Information produziert wird, wurde von der Forschung großteils ignoriert.
Wer Information oder Desinformation produziert, kann dadurch Macht erringen oder behalten.
Abgrenzung Information <=> Kommunikation
Diese Probleme beziehen sich vor allem auf die Betrachtung des Begriffs "Information" in den Sozialwissenschaften.
Modelle haben die Aufgabe, Unwesentliches wegzulassen (eine exakte Kopie unserer Welt wäre kein Modell mehr).
Satz vom unzureichenden Grund: Wenn überhaupt keine Information über die Wahrscheinlichkeit von n Ereignissen zur Verfügung steht, setzen wir p = 1/n.
Opportunitätskosten (Gelegenheitskosten): Kosten, die dadurch entstehen, daß ich in der Zeit, in der ich etwas mache, andere Sachen nicht mache. (Ich hätte Gelegenheit, etwas anderes für Geld zu machen.)
Suchmodelle sind ein bißchen aus der Mode gekommen, Einsatzbereiche heute: electronic commerce, Telefonieanbieter.
ftp.vwl.tuwien.ac.at/hanappi/Gdwlit.doc: kommentiertes Literaturverzeichnis
Zusatzannahme zur Hayekschen Aussage (daß sich alles auf die Preise zurückführen läßt): "Vollkommene Märkte". Das bedeutet, daß alle MarktteilnehmerInnen immer alles relevante über ihre Märkte wissen.
Andere Annahme: Preis ist nur eine Information.
z.B. Innerbetrieblicher Bereich: nicht durch Marktprozesse beschreibbar, sondern durch hierarchische Strukturen gekennzeichnet.
Produktion von Information wurde von der Wissenschaft unseres Jahrhunderts weniger in Theorien einbezogen. Adam Smith behauptete, daß Englands Wohlstand aus der Arbeitsteilung resultiere. Das ist in anderen Worten: Produktion von (technischer) Information. Seitdem wurde die Aussage, die Hauptaufgabe der Industriegesellschaft sei, möglichst viel technisches Wissen zu produzieren, immer übernommen.
Marx' Aussage: Erhöhung der Produktivität kann nicht oberstes Ziel sein, sondern nur Mittel zur besseren Verteilung der Güter. Letzte Konsequenz: Irgendwann wird es zum Umsturz kommen.
Zweite Arte der Information (nach Marx): "Herrschaftswissen": Ideologie.
Unser Jahrhundert hat vorher ungeahnte Möglichkeiten der Informationsverarbeitung und -verbreitung geschaffen. Die Ökonomie kann damit wenig anfangen, weil auf den ersten Blick dieses Thema ein politisches ist (z.B. Kampf um den ORF).
Steve Salop: Produktion von Desinformation für wirtschaftliche Zwecke (falsche Preise)
Die Innovationstheorie wurde vor allem von Schumpeter propagiert. Er hat von Marx die Idee übernommen, daß das wesentliche an der Industriegesellschaft die Innovation ist.
Innovation treibt den Markt aus dem Gleichgewicht: bewährt sich eine Innovation, muß sie von der Konkurrenz übernommen werden.
Übertragung der darwinistischen Theorie auf die Ökonomie: die besten Unternehmen (z.B. innovativ, bessere Finanzierung usw.) überleben. Andere müssen eingehen.
Verschiedene Modelle führen zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen.
1. Unterinvestition in Wissensproduktion: Wissen hat den Charakter eines "öffentlichen Gutes". Andere können es verwenden, ohne daß es weniger würde (anders als eine Wurstsemmel). Dadurch sinkt aber für Firmen der Anreiz, es zu produzieren, weil kein Geld zurückkommt.
Konkurrierende Unternehmen sind daran interessiert, daß die Konkurrenz die Forschung betreibt; das eigene Unternehmen würde das Wissen übernehmen und sich auf Marktanteilssteigerungen konzentrieren.
Strategisches Spiel in Normalform:
| Unternehmer 2 | |||
| F&E nicht betreiben | F&E betreiben | ||
| Unternehmer 1: | F&E nicht betreiben | 0,0 ("nicht Pareto-effizient") | 10,-10 |
| F&E betreiben | -10,10 ("Nash-Gleichgewicht") | 5,5 ("Pareto-Optimum") |
In dieser Situation wird kein Unternehmen Forschung und Entwicklung betreiben:
Betreibe ich Forschung, verliere ich -10 oder gewinne 5.
Betreibe ich keine Forschung, verliere ich nichts oder gewinne 10 (wenn das andere Unternehmen forscht).
Also: am besten nicht forschen!
Der Staat kann in dieser Situation z.B. durch Patentrechte oder Steuerung der Auszahlungsbedingungen helfen.
2. Überinvestition in Forschung: "Tragedy of the commons"
Forschungsprojekte kosten eine fixe Summe (z.B. 1 GE). Aber die Nutzenzuwächse nehmen ab, weil jedes zusätzliche Projekt zwar noch Nutzen bringt, aber ein größerer Teil des Wissensbereichs wurde schon erforscht.
Wissen wird produziert, bis die Grenznutzenkurve die Grenzkostenkurve schneidet. Dann gibt es einen Punkt, der die gesamtwirtschaftlich optimale Anzahl an durchgeführten Projekten anzeigt.
Fürs Einzelunternehmen gibt es aber noch Anreize zur Durchführung weiterer Forschungsprojekte, also wird insgesamt mehr geforscht, als das "soziale Optimum" wäre.
Nach diesem Modell müßte der Staat also Forschung und Entwicklung einschränken oder erschweren!
Technologisches Wissen hat, nachdem es entstanden ist, ein "Eigenleben". Der Umstieg wäre später viel zu kompliziert, auch wenn die Lösung sich als nicht so optimal erweist.
Technisches und ideologisches (Herrschafts)Wissen können nicht scharf getrennt werden. Die meisten technischen Fragen haben auch eine ideologische Komponente. (z.B. Apple-Computer: als Geräte zu teuer, mit Ideologie zusammen aber preiswert genug.)
Direkte Machtausübung: z.B. Gewalt
Ideologische Machtausübung: Beeinflussung der Wahrnehmung der anderen Entität
Mit abnehmenden (Des)Informationskosten kann die ideologische Machtausübung attraktiver werden.
Nächster Übungstermin: 15.12. 1998 14-15 Uhr
Testtermin: 12. 1. 1999, 14-15 Uhr
ftp.vwl.tuwien.ac.at/hanappi/Gdw2.2.doc
ftp.vwl.tuwien.ac.at/hanappi/Gdw2.3.doc
Keine klassische "Standardliteratur", aber viele Arbeiten aus unterschiedlichen Richtungen.
Wichtigste Elemente der politischen Ökonomie: Geld und Information.
Geld wird immer abstrakter (=> elektronisches Geld). Die Zeichen, die Geld ausdrücken, müssen nicht nur als Geld erkannt, sondern auch anerkannt werden. Also wird Geld auch immer mehr zur bloßen Information.
Globalisierung heißt immer Globalisierung eines "Weltgeldes". Die abstrakte Information "Wechselkurs" drückt die Produktivität einer nationalen Wirtschaft aus. (Der Wechselkurs drückt aus, wieviel die eigene Arbeitsleistung am Weltmarkt "wert" ist.)
Importüberschuß heißt immer, daß ein Druck auf die eigene Währung besteht, weil fremdes Geld angekauft werden muß, was die Nachfrage nach dem ausländischen und das Angebot an eigenem Geld erhöht.
In den meisten Märkten besteht ein Trend zur Oligopolisierung der Produktion. Es gab eine Zeit lang eine ideologische Gegenbewegung, die "small is beautyful" gepredigt hat. Es hat sich aber gezeigt, daß das nur für einzelne, isolierte Bereiche gilt. Die Großen nützen sogar die Erfahrungen dieser kleinen Strukturen, um ihre Teile flexibler und "schlanker" zu machen.
Globalisierung wird ganz wesentlich von Großunternehmen in Europa, USA und Japan betrieben. Die EU kann auch als Initiative großer europäischer Großkonzerne verstanden werden.
Mittel- bis langfristig soll 80 % der internationalen Geschäfte in Euro erfolgen.
Die Politik und das davon induzierte Rechtssystem sowie die wirtschaftspolitischen Bedingungen werden als Infrastruktur bezeichnet.
Standardisierung und Normierung: von der EU schon länger betrieben. Das nützt natürlich am meisten der Wirtschaft.
Standards zu setzen ist auch ideologische Kriegsführung.
beschäftigt sich mit dem Verhalten von größeren sozialen Entitäten.
(Soziale) Institution ist "das Ergebnis des Zusammenwirkens verschiedener sozialer Entitäten, die diese Interaktion in der Folge in geordnete Bahnen lenken, sie festschreiben".
Institutionen müssen historisch spezifiziert werden. (z.B. 50:50-Aufteilung der Nationalbank und des ORF resultiert daraus, daß in Österreich nach dem Krieg die zwei Lager ungefähr gleich stark waren.) Sie beinhalten das akkumulierte (technische und ideologische) Wissen ihrer Zeit.
Der Einfluß neuen Wissens wird in der Ökonomie als Innovation bezeichnet. Unterschied zum Prozeß der Invention, Erfindung: Die Innovation wird eingesetzt (z.B. wirtschaftlich).
Die Umwandlung von Invention in Innovation hängt auch von externen Faktoren (soziales Umfeld) ab, z.B. werden Erfindungen, die größere Arbeitsleistung bedingen, in einem Land mit hohen Lohnnebenkosten, seltener eingesetzt.
z.B. Maschinensteuer: Vorschlag der Gewerkschaften, Maschinen zusätzlich zu besteuern, damit der Maschineneinsatz teurer wird und mehr Leute eingestellt werden.
Die Erfindungen wirken sich wiederum auch auf das soziale Umfeld aus.
Innovationen hängen auch deswegen vom sozialen Umfeld ab, weil sie vorerst nur Kosten verursachen und somit Förderung benötigen.
Soziale Innovation: z.B. repräsentative Demokratie, Pensionssystem. Solche Innovationen erfolgen nicht durch einzelne Personen oder Betriebe, sondern in einem "Gesamtsystem" (z.B. Staat). Oft überhaupt durch eine Revolution.
Neue technische Möglichkeiten (Informationstechnologie) führen dazu, daß Hierarchieebenen in den Betrieben eingespart werden können. Eine Person kann dadurch mehr Leute kontrollieren. (Selbst die größten Firmen wie GM haben nur ca. 7 Hierarchieebenen.)
Innerhalb der Firmen gibt es keinen "Markt" und keine Marktprozesse, sondern eine Hierarchie. Innovation im Betrieb ist sehr oft eine Innovation der Organisation, also z.B. von Arbeitsprozessen (soziale Innovation). Es werden trotzdem auch demokratische(re) Strukturen eingefügt, um die Motivation zu erhöhen.
Es gibt eine Reihe von Kommunikationsmodellen, weil Kommunikation viele verschiedene Aspekte hat.
Dieses Modell "geht von oben nach unten" (hierarchisch), und nimmt auf Feedback keine Rücksicht.
Dieses ist das von der Informationstechnologie meistverwendete Modell.
(Noise)
Dieses Modell ist stark technisch orientiert, die Störung steht im Mittelpunkt. Die Grundlage dieses Modells ist das Bestreben, die Message vollständig identisch zu übertragen.
Diesem Modell zufolge müssen Sender und Empfänger keine Menschen sein, sondern auch Computer.
In beiden Modellen wird die Kommunikation als eindimensionaler Strom vom Sender zum Empfänger gesehen.
Um ein besseres Modell zu schaffen, müssen wir das Prinzip der Rückkopplung, den Rollentausch einführen. Dafür ist notwendig, die Semantik (=Bedeutung) der Kommunikation zu definieren.
Dieses Modell ist stark individualpsychologisch geprägt und geht davon aus (anglo-sachsische Annahme), daß die Menschen einen Wunsch nach Konsonanz haben.
Das Modell ist in zahlreichen Situationen erfolgreich empirisch getestet worden.
Der Schritt der Selektion aus allen möglichen Nachrichten ist in der heutigen Welt fast der wichtigste geworden.
Diese Theorie ist für die Modellierung der Massenkommunikation zu eng.
Bei Massenkommunikation gibt es keinen Wechsel der Rollen.
Es gibt Ereignisse X1, X2, X3 usw. => die Ereignisse werden von "advocates" in Medienunternehmungen eingespeist. Diese Unternehmen werden "dafür bezahlt", daß sie diese Ereignisse (bzw. eine Repräsentation davon) ans Publikum weitergeben. Es gibt gelegentlich ein kleines Feedback, entweder zu den Medien oder zu den Advokaten.
Dieses Modell beschreibt die wirtschaftliche Funktion von Medienunternehmungen. Die Medien versuchen, möglichst viele RezipientInnen zu erreichen, und wählen ihre Themen danach aus.
Laut Westley & MacLean sind die Medien an den Inhalten der Botschaften nicht interessiert.
von Paul Lazarsfeld: beschreibt einen mehrstufigen Kommunikationsprozeß
Die Medien versuchen, möglichst viel Aufmerksamkeit vom Publikum zu bekommen, um ihre Erträge aus Werbung zu optimieren. (Nachrichtenfaktoren)
Die Konkurrenz der Medien ist ein Nullsummenspiel.
Klassifikation von Informationsströmen. Es gibt vier Typen:
Die klassische Form der Massenkommunikation war allocution. In unseren Tagen passiert eine Verschiebung zur consultation durch "common carrier media".
| Broadcasting (TV, Radio) | Common Carrier (Telefon, Internet) | ||
| Regulierung der Infrastruktur | hoch | keine | hoch |
| Regulierung der Inhalte | hoch | keine | keine (die carrier geben nur die Inhalte weiter, ohne sie zu prüfen) |
| Zugang für Sender | geschlossen | offen | offen (auch die Geldschranke ist sehr niedrig) |
| Zugang für Empfänger | offen | offen | geschlossen (Gerät notwendig) |
Politische Diskussion darüber, wie in Zukunft die Medien reguliert werden sollen: Die common carrier-Medien könnten mittelfristig rein technisch die indirekte Demokratie ersetzen, weil die Bevölkerung über jede Frage einzeln abstimmen könnte.
Die Kosten, um die Infrastruktur der common carrier herzustellen, waren sehr hoch. Dafür gehen jetzt die Grenzkosten gegen 0. Deswegen war es notwendig, diesen Bereich zu regulieren, und die Rechte an den "Leitungen" zu klären (Diskussion um Telekom-Liberalisierung).
ftp.vwl.tuwien.ac.at/hanappi/Gdw2.4.doc
Das Problem mit Modellen ist, daß der Prozeß der unvollständigen Information und deren Ergänzung nur sehr schwer mathematisch beschrieben werden kann.
Annahme z.B.: Es gibt nur einen Haushaltstyp oder Firmentyp, und der schaut so und so aus.
Das ist nur beschränkt sinnvoll. Oft kommt ziemlicher Unsinn raus, wenn mensch die Repräsentativität der Entitäten annimmt.
Schumpeter meinte, daß das Typische an der kapitalistischen Firme genau der Ausbruch aus der Normalität wäre.
In einzelnen Marktsituationen wird das Problem noch drastischer:
Die Größe einer Firma beeinflußt ihr Verhalten ganz wesentlich. Große Firmen können meist langfristiger denken, kleine müssen täglich überleben. - Ein repräsentatives Modell ist hier völlig unzureichend!
Darunter versteht mensch die Annahme, daß zur Erlangung eines (analytischen) Resultats angenommen werden muß, daß "alle anderen Umstände" gleich bleiben.
Dies kann funktionieren, wenn sich die Situation in der Realität wirklich nur langsam oder nicht ändert.
Beispiel: Problem der knapp werdenden Ressourcen: herkömmliche ökonomische Modelle berücksichtigen das nicht.
Die Modelle müssen vergrößert werden; die Umwelt muß hineingebracht werden, das Modell wird umständlicher. Einziger Ausweg wieder: Simulation.
Weiteres Problem einfacher Modelle: die Erwartungen der einzelnen Entitäten (z.B. "ich erwarte, daß sich der Zinssatz nicht ändert"). Die Mikro-Entitäten geben ihre Mikro-Erwartungen weiter, und daraus werden dann Prognosen, die dieselben Mikro-Entitäten akzeptieren. (Selbsterfüllende Prophezeiungen, wenn externe Faktoren nicht hineinspielen)
Die ceteris-paribus-Variablen werden verschieden gesetzt und die Modelle anhand all dieser Szenarien durchgerechnet/simuliert.
Annahme, daß die Entitäten ihr Nutzen maximieren wollen und sich dabei rational verhalten.
Rationale Präferenzordnung: Wenn ich A B vorziehe und B C, dann ziehe ich auch A C vor. (keine Zyklen) Diese Annahme ist für einen Zeitpunkt richtig, über einen Zeitraum hinweg jedoch nicht mehr.
Realitätsnähere Annahmen gehen von der begrenzten Informationsverarbeitungskapazität (Rationalität) der Entitäten aus ("bounded rationality"). Nicht optimale Entscheidungen können mit mangelnder Information besser erklärt werden als mit Irrationalität.
Ein Gleichgewicht eines Systems von Variablen ist dann erreicht, wenn die Ableitung der Variablen nach der Zeit gleich null ist: x° = f(x) = 0
Bei einem einfachen Markt für ein bestimmten Gut würde das heißen, daß der Preis so ist, daß Angebot und Nachfrage gleich ist.
Die Annahme des Gleichgewichts ist in vielen Fällen falsch: z.B. beim Arbeitsmarkt würde das heißen, daß es keine Arbeitslosen gibt.
Solche Annahmen werden immer nur getroffen, um das System einfacher zu machen. Dadurch geht aber Schärfe verloren.
Die Annahme kann richtig sein, wenn ein Prozeß schon sehr lange läuft ("Stabilität"). Z.B. Darwin konnte kleine Inseln beobachten, die Tausende von Jahren von anderen Systemen abgeschirmt waren, weil sie offensichtlich stabil waren.
Schumpeter hat auch gesagt, daß das Ungleichgewicht die zentrale Annahme sein sollte. Der Zustand, daß alle Variablen im Gleichgewicht sind, sei für den Kapitalismus untypisch.
Das Gleichgewicht sollte als "Schluß" eines Modells verwendet werden, nicht als Ausgangspunkt.
Die Ergebnisse komplexer Simulationen sind für den Menschen schwer nachvollziehbar.
Das große Modell der US-Wirtschaft hat ca. 2500 Variablen; es ist schwer zu ermitteln, was genau zu eine bestimmten Entwicklung geführt hat.
Annahme, daß die Entwicklung in "Schüben" von Ungleichgewicht passiert.
Unter Strukturwissenschaften verstehen wir Mathematik, Statistik, theoretische Informatik usw.
Es wird versucht, von der Bedeutung der Begriffe abzusehen, nur die Zusammenhänge zu beachten.
Mathematik ist auch eine Art Sprache. (oder "die" Sprache)
Die Entitäten haben Vorstellungen von der Wirklichkeit, die nicht immer genau zutreffen.
Primäres Lernen bedeutet: Erfassung des wahren Modells. ("historische Ausprägungen des wahren Modells"). Eventuell eigene Experimente, um das wahre Modell leichter zu erkennen oder zu verstehen.
Sekundäres Lernen (viel wichtiger): Übernahme des existierenden Modells von anderen Individuen, bzw. Übergabe des eigenen Modells an die anderen Entitäten.
Tradition: Ein Grundstock von Modellen existiert, das durch viel primäres Lernen akkumuliert hat. Kann allerdings obsolet werden, wenn sich die Wirklichkeit ändert (z.B. Sozialwissenschaften).
Primäres Manipulieren: Die Entität versucht, die Aufmerksamkeit der anderen Entität vom "true model" auf ein eigens konstruiertes anscheinendes "true model" zu lenken.
Sekundäres Manipulieren: Entität konstruiert ein eigenes Modell und "redet" es einer anderen Entität ein.
Klassischer Wissenschaftsprozeß: Aus den "wirklichen Prozessen" ("historische Ausprägungen", Kennziffern) werden durch Induktion "theoretische Modelle" (z.B. Gleichungen in einem Gleichungssystem) aufgebaut. Die theoretischen Modelle werden durch Deduktion (analytische Methoden) verfeinert (Modelle, Simulationsprogramme werden "abgeleitet"). Die Deduktion kann strengen (z.B. sprachlichen/mathematischen) Regeln folgen und völlig konsistent mit den Regeln sein. (Laut Gödel ist aber nicht alles konsistent und ableitbar.)
Am Ende wird anhand der abgeleiteten Modelle interveniert (z.B. durch Wirtschaftspolitik), was die wirklichen Prozesse beeinflußt.
Induktionsproblematik: Problem der Entstehung wissenschaftlicher Theorien aus Beobachtung.
"Kübeltheorie": Fakten der realen Prozesse "fallen ins Bewußtsein" der ModelleurInnen
"Scheinwerfertheorie": ModelleurInnen haben schon fertige Theorien und suchen nur die Fakten dazu.
Simulation folgende Aufgaben:
1. Simulation mit vernünftigen Parameterwerten kann Anhaltspunkte liefern, wenn analytische Methoden nicht mehr anwendbar sind
2. Simulationen können auch ein direkter Support bei der Entscheidungsfindung sozialer Entitäten sein. ("verlängertes Gehirn") z.B. Flugsimulationen
3. Simulationen können als theoretische Metaphern dienen. Der simulierte Prozeß dient einer konsistenteren (aber nicht unbedingt realitätsnäheren) Vision eines vorgestellten Zusammenhangs. Z.B. genetische Algorithmen. Mit solchen Simulationen können evolutorische Prozesse, wie sei in vielen Bereichen vorzukommen scheinen, modelliert werden.
Standardwerk zur Wirtschaftsinformatik: Stahlknecht P., 1995, "Einführung in die Wirtschaftsinformatik", Springer Verlag
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg brauchte die US-Armee umfangreiche Berechnungen für logistische Fragen (Rücktransport der Ausrüstung in die USA). Als Grundprinzip wurde das Von-Neumann-Konzept für Rechner übernommen.
Ursprüngliches Konzept hat auf Großrechner abgezielt. (Heute stehen dem Microcomputer = PC = Workstation gegenüber, dazwischen stehen die "mittleren" Computer.)
EVA-Prinzip der Datenverarbeitung: Eingabe, Verarbeitung, Ausgabe. Dieses Prinzip wurde schon von Charles Babbage um 1850 vorgeschlagen.
Die Unterteilung zwischen Rechnen und Speichern liegt an den getrennten Komponenten für diese Aufgaben. Mit sehr viel Rechnen kann Speicher; mit mehr Speicher Rechenzeit eingespart werden. Auf einer Metaebene kann das als Grundsatzentscheidung für das Leben betrachtet werden: es gibt Leute, die jedes Problem neu lösen; andere haben eine fertige und gut dokumentierte "Datenbank" von allgemeineren Lösungen.
Seit Ende der 70erjahre gab es einen Trend weg von "Rechnern" hin zu symbolverarbeitenden Maschinen (wer braucht im Schlafzimmer ein Ding, das Differentialgleichungen löst?).
Trend im Consumerbereich: Für jede Person (nicht mehr für jeden Haushalt!) ein eigenes Gerät, ob Computer oder Handy.
Trend (?) im Business-Bereich: Wieder Zentralisierung, "dumme" Endgeräte, "das Netz ist der Computer", weg von den dezentralen Lösungen. Möglichkeit, die MitarbeiterInnen besser in den Griff zu bekommen.
Immer neue Ideen, z.B. optische Speicher.
Speichermöglichkeiten werden ständig größer, es entstehen andere Flaschenhälse, z.B. die Übertragung.
Kanäle sind selbständige Einheiten mit eigenen Prozessoren (Control Units), die parallel zur CPU arbeiten. Sie können die Datenübertragung zwischen Speicher und CPU. Eher im Großrechnerbereich verbreitet.
Beispiel: Parallele Datenübertragung
Alle peripheren Geräte (mit Peripherieprozessoren) sind gleichrangig an einer gemeinsamen "Schiene" (E/A-Bus) angeschlossen. Der Bus ist meist auf einige Geräte beschränkt, das ist aber im Zielmarkt (PCs) kein Problem.
Zentralprozessor
Interne Speicher
Eingabe/Ausgabe-System
Sequentielle Speicher: Magnetbandspulen oder -kassetten
Direktzugriffsspeicher: Magnetische oder optische Speicher
Anmeldung zur Diplomprüfung aus dem Gesamtfach (GZ der WINF 1+2): SoWi-Dekanat an der Hauptuni. Stoff der Diplomprüfung: GZ der WINF 1+2.
Andere Möglichkeit: Tests separat.
1. Testtermin: Donnerstag, 21. 1. 1999, 9 Uhr, Hörsaal 7 (Hauptgebäude, Paniglg., rechte hintere Ecke des Hofes)
2. Testtermin: 18. 3. 1999 (Uhrzeit, Ort noch unbekannt)
3. Testtermin: 24. 6. 1999 (Uhrzeit, Ort noch unbekannt)
Wesentliche Unterscheidung zwischen Betriebssystem und Anwendungen.
Betriebssystem: setzt auf der Hardware auf, um Symbolmanipulation durchzuführen. Bindeglied zwischen Hardware und Anwendungsprogrammen.
Programmsysteme, die zwischen Betriebssystem und Anwendungssoftware Aufgaben erledigen (systemnah, hauptsächlich im Netzbetrieb).
1. Generation: Maschinensprachen
2. Generation: maschinenorientierte Sprachen
3. Generation: problemorientierte (prozedurale) Sprachen
4. Generation: nicht-prozedurale Sprachen
Die Sprachen der vierten Generation haben das Ziel, die Zeit aus der Programmstruktur herauszunehmen. Sie wird durch logische Strukturen/Abfragen ersetzt. Beispiele: PROLOG, LISP, Datenbankabfragesprachen.
Möglichkeit, Programmbefehle sofort auszuführen und das Ergebnis auszugeben. Keine Übersetzung notwendig.
Schnellere Resultate, aber weniger Wartbarkeit und kaum für größere Projekte geeignet. Die Ausführung ist langsamer, weil die Programmzeilen immer neu übersetzt werden müssen.
Programme werden im Quellcode geschrieben und dem Compiler übergeben. Dieser schaut, ob die Syntax korrekt ist, und übersetzt den Quellcode in object code, der direkt vom Betriebssystem ausgeführt werden kann.
Massenkommunikation: Eine Quelle, mehrere Empfänger
Individualkommunikation: Kommunikationspartner
Die ökonomische Bedeutung der physikalischen Verbindung wird oft übersehen.
Die Netze existieren meist schon und wurden aus Steuergeldern von den Telefongesellschaften verlegt.
Der Vorteil der digitalen Übertragung ist die höhere Datensicherheit durch Prüfsummen, Korrekturcodes usw.
Oft kommen: Such- oder Kommunikationsmodell (allgemein: die sozialwissenschaftliche Komponente); inhaltliche Frage zu Teil 1; etwas aus der strukturwissenschaftlichen Komponente ("Wie würdet ihr euch vorstellen..."); eigenes schöpferisches Denken als Kür
Bei der Prüfung können keine Unterlagen verwendet werden!
© Balázs Bárány,
Prof. Gerhard Hanappi. Nicht autorisiert. Für Nutzungsbedingungen
siehe http://www.tud.at/uni/kleingedrucktes.htm.
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