VPF Hat Wissenschaft ein Monopol auf Wissen?

2001-10-16

2001-10-23

2001-11-13

2001-11-20

2001-11-27

2001-12-04

2001-12-11

2002-01-08

2002-01-15


2001-10-16

Warum ist die Frage relevant? Immer mehr Konflikte in der Gesellschaft über Möglichkeiten und Anwendungen der Wissenschaft

Sind wissenschaftliche Erklärungen die einzig möglichen?

Woher kommt das Monopol der Wissenschaft? Durch welche Rituale wurde diese Position errungen?

Wissensformen

Machtstrukturen

Wer definiert, was als Wissen gilt?

Geschlechterperspektive

Mit der Formalisierung des Wissenschaftssystems wurde die Frau ausgeschlossen. Sie war Erkenntnisobjekt (z.B. in der Medizin), aber als Subjekt ausgeschlossen und konnte zum Wissen über sich selbst nicht beitragen.

Ablauf der LV

Die LV fällt zweimal aus: am 30. 10. und am 6. 11.; sie findet sonst immer 10-12 Uhr statt.

Pflichtlektüre wird in der VO ausgeteilt; weiterführende Literatur in der Mappe am Institut.

Lehrveranstaltungsprotokolle: 1 oder mehrere StudentInnen fassen die diskutierten Themen zusammen. Die Zusammenfassungen werden photokopiert und verteilt sowie in der folgenden LV vorgestellt; nie mehr als 2 Seiten, 10 Minuten. Kein "genaues, chronologisches" Protokoll.

Referate: Vorstellung der Pflichttexte, auch unter 10 Minuten. Kernpunkte herausgreifen, "in die Texte eindringen".

Seminararbeit ca. 10-15 Seiten; Abstract, Titel, Struktur im Jänner. Wichtig: eigene Position. Diskussion und Literatur einbringen. Klares Argument (ein oder zwei). Einleitung und Zusammenfassung.


2001-10-23

Wende in der Betrachtung der Wissenschaft: Früher Trennung zwischen UniversitätslehrerInnen, ScholastikerInnen und "Handarbeitswissenschaft" - Handarbeit wurde als "niedrige Tätigkeit" angesehen und die humanistisch eingestellten WissenschaftlerInnen hätten selbst keine Experimente durchgeführt. Wissenschaft durch Mäzenentum gefördert, der Ruhm des Mäzens sollte gefördert werden.

Die Sprache der Wissenschaft war Latein; Handwerks-Gruppe großteils Analphabeten => kaum Aufzeichnungen von ihnen.

=> Weitgehend hermetische Trennung zwischen den Gruppen.

Übergang vom feudalistischen zum frühkapitalistischen System => Entwicklung der Handelswissenschaften => Mathematik , Technik etc. Gesellschaftlicher Bedarf am Wissen => Verschiebung des Stellenwerts des Wissens.

Gesellschaftliche Diskussionen, wie die Wissenschaft betrieben werden soll: Sir Francis Bacon.

Buch von Bacon: "Neue Atlantis" - 1632 - Vision vom Idealstaat, in dem WissenschaftlerInnen herrschen.

Erste Wissenschaftsgesellschaften: Royal Society 1662 - Finanzierung über Mitgliedsbeiträge, keine Förderung, offener Zugang, jedoch beschränkt auf die Oberschicht und Frauen. - Einteilung: Die, die definieren können, was Wissenschaft ist, und die, die das nicht können.

Interne Einigung darüber, was als Wissenschaft gilt. Großer Einfluß auf die heutigen Rituale der wissenschaftlichen Gemeinschaft.

(Buch: Shapin: The social history of truth.)

Versuche, das Konsensmodell auch auf die Gesellschaft anzuwenden: "rationale Form der Entscheidungsfindung" => Problem, da der Großteil der Gesellschaft ausgeschlossen war und weil Experimente nicht 1:1 auf die Gesellschaft anwendbar sind.

=> Mit dem Wahrheitsanspruch dieser Gesellschaft wurde der westliche Wissenschaftsbegriff weltweit durchgesetzt. Grenzziehungsprozesse, den Unterschied zwischen Wissenschaft und Nichtwissenschaft auszuarbeiten => Definition über Mitgliedschaft in einem Verein.

1. Wissenschaftliche Zeitschrift vom Royal Society: "Philosophical Transactions", herausgegeben vom Sekretär der R. S., um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Der Herausgeber schreibt selbst Kurzfassungen seiner Interpretationen der Briefe, die ihm zugeschickt werden. Menge steigt => Zwang zur Auswahl. => "Editorial board" ("Gatekeeper") entscheidet, was erscheint und was nicht ("was als relevant genug gilt"). => Definition der Grenzen der Wissenschaft.

Als die Komplexität zunimmt, können nicht mehr andere über die Arbeit der WissenschaftlerInnen schreiben, diese müssen es selbst machen. Im 18. Jhdt. war es noch schwer, die WissenschaftlerInnen dazu zu bringen, daß sie selbst schreiben - das brachte denen keinen Vorteil.

Professionalisierung der Wissenschaft insgesamt ~ 19. Jhdt. (vorher eher graduell) => Eingangskriterien, Leistungsfeststellungskriterien, Anreize etc.

Zitieren: Anerkennung der Vorarbeit eines anderen.

Konsolidierungsschub auf der Machtebene: Macht der eigenen Erkenntnisse kann gesteigert werden.

Universitäten werden als Ausbildungsstätten etabliert - in diesem Rahmen werden Frauen ausgeschlossen (nicht in der Schweiz).

Festigung des Nationalstaates: Wissenschaft zur Unterstützung.

Royal Society war Vorbild für Akademien. Akademie: generalisierend; Universitäten: spezialisierend. (Trend von Akademien zu Universitäten aus exakt diesem Grund.)

1810 Humboldtsche Universitätsreform: Beruf des Wissenschaftlers. Antwort auf die sehr eingeschränkte deutsche Gesellschaft (Zensur etc.). Staat wird um Geld gebeten und darf dafür aus einem Dreiervorschlag der Universität die Professoren auswählen. Der Staat legt als Aufgabe nur die Lehre fest - nicht die Forschung (=> nicht einklagbar). Zugangsbeschränkungen. System wird ein sich selbst reproduzierendes System => wer in die Wissenschaft will, muß das System durchlaufen. (Im englischsprachigem Raum eine starke Amateurwissenschaft, im französischen stark zurückgedrängt.)

Öffnung des Wissenschaftssystems nach ca. 100 Jahren: 1896 Philosophische Fakultät der Uni Wien läßt Frauen zu (nicht ohne Diskussionen); kurz später die medizinische Fakultät (in bestimmten Bereichen werden Frauen bessere Fähigkeiten zugeschrieben: Frauen-, Kinderbetreuung, helfende Bereiche, Wunden nähen etc. => Spezialisierung in der medizinischen Wissenschaft in Bereiche, in denen teilweise wieder Frauen ausgeschlossen sind.); 1919 Juridische Fakultät

Welche Bedeutung kommt während dieser Entwicklung den anderen (z.B. impliziten, "nichtwissenschaftlichen") Wissensformen zu? Durch die Verschriftlichung werden andere Formen ausgeblendet (Wahrheitsbegriff wird wieder verhärtet). Bei Kontroversen müssen alle Ressourcen (Autorität, Macht, Wissen) aufgeboten werden.


2001-11-13

Der Output des Wissenschaftssystems wurde lange Zeit ausschließlich aufs Schriftliche beschränkt. Dabei wird viel an Wissen ausgelöscht oder ignoriert. => Ausschlußmechanismen (Geschlecht, Klasse etc.)

Michael Polányis Konzept vom impliziten Wissen

Michael Polányi: Kritik am "positivistischen Wissenschaftsbegriff": Auffassung, daß Wissen explizit formulierbar und dadurch reproduzierbar etc. ist.

Polányis Gegenkonzept:

Beispiel Radfahren: verbale Beschreibung nicht reproduzierbar möglich.

Diskussion

Meister-Lehrling-Konzept: Problematisch für Massenuni: aus praktischen Gründen und wegen des Konzept der Autorität

Karin Knorr-Cetina: Die Fabrikation von Erkenntnis

Zweck der Wissenschaft in der Praxis ist nicht, möglichst viel Wissen auszuteilen, sondern nur die "notwendige" Menge, um die eigene Position zu sichern.

"Möglichkeitsfenster": Auswahl eines Themas; Methoden; zur Verfügung stehende Apparate und Vorwissen => Ergebnis

Harry M. Collins: Cultural Competence and Scientific Knowledge

"Cultural skills" sind so allgegenwärtig (aber nicht unbedingt allgemeingültig!), daß sie in der Wissenschaft nicht diskutiert werden.


2001-11-20

Lewis Pyenson: Science and Imperialism

Wissenschaft in den Kolonien sehr häufig mit einem Zweck: z.B. Anthropologie mit Hinblick auf die Tauglichkeit für den Militärdienst.

Ziel der westlichen WissenschaftlerInnen: Ihre eigene Bildung etc. beweisen.

Annahme: WissenschaftlerInnen in den Kolonien könnten durch das Umfeld "kontaminiert" werden.

Benedict Anderson: Die Erfindung der Nation: Zensus, Landkarte, Museum

Zensus: Zuerst war die Religion das Unterscheidungskriterium, später die Rasse. Die Kategorie schafft erst die Gruppe.

Landkarte: schafft Zusammengehörigkeitsgefühl, z.B. Indonesien und West-Neu-Guinea

Lewis Pyenson: Scientific Colonialism

Beispiel Samoa (Südpazifik): West-Samoa (unabhängig) und Amerikanisch-Samoa (mit Selbstverwaltung, aber USA).

Um 1880 herum: Ansprüche von Deutschland, Großbritannien, USA; eigenes Herrschaftssystem (König etc.).

Vereinbarung der Mächte: USA und Deutschland bekamen Teile, GB anders "entschädigt".

Während des 1. Weltkriegs Geophysikalisches Institut (Observatorium) von Deutschland errichtet; 1916 von Neuseeland erobert, aber das Observatorium wurde in seinem Zustand belassen. Während des Krieges hat das Observatorium floriert, nach dem Krieg immer problematischer, da keine Unterstützung aus Deutschland mehr kam. Neue Forschungsfelder, weg von der Grundlagenforschung, hin zu praktischer Anwendbarkeit. In den 40er-Jahren aufgegeben.

Wissenschaft und ihre Institutionen als Legitimation für den Kolonialismus; Prestigeobjekt der Großmächte.


2001-11-27

Feministische Wissenschaftskritik

Feministische Wissenschaftskritik nicht einheitlich und vollständig konsistent, mehr ein Prozeß von Kritik und Infragestellung des status quo.

Erkenntnis: Zusammenhang zwischen Diskriminierung und Ausschluß von Frauen aus (vor allem Natur-) Wissenschaften.

Natur wird "konstruiert", sie bekommt nur im Laufe der Interpretation eine Bedeutung. Diese Konstruktion kommt immer jemandem zugute.

Feministische Biographien-Forschung mit Einzel- und Kollektivbiographien: Lebensläufe; Ignoranz der Arbeit von Forscherinnen; andere intersubjektive Erfahrungen.

Androzentrismuskritik

Analyse des Ausschlusses von Frauen oder Ausgrenzung über stillschweigende Einbeziehung.

Biologie: immer noch von Stereotypen geprägt.

Objektivitäts- und Neutralitätsanspruch

Jedes Wissen ist praxisbezogen, "Objektivität" schon als Begriff eine politische Konstruktion.

Trennung von Forschung und ihrer Anwendung (z.B. Gentechnik)

Ethno- oder Eurozentrismuskritik

Wissenschaft ist einem sozialen Kontext verpflichtet.

Beispiele für Androzentrismus

Im Laufe der Geschichte allmählich in männliche Hände gelangt, währenddessen auch technisiert. Heute sind schon während der Schwangerschaft Untersuchungen vorgeschrieben, zur Geburt gehen die Frauen ins Krankenhaus. Großer finanzieller und sozialer Druck, im Krankenhaus zu entbinden statt zu Hause.

Diskussion

Es geht nicht darum, z.B. eine "feministische Physik" aufzubauen. Es ist aber wichtig anzusehen, wer unser Weltbild schreibt, wie der Zugang dazu aussieht, ob andere Sichtweisen auch zugelassen sind etc.

Hierarchien innerhalb der Wissenschaften? Sozialwissenschaften "vorwissenschaftlich"? Ist es besser, nur eine allumfassende Theorie zu haben, die alle ausschließen muß?

Londa Schiebinger: Der Unterschied geht tiefer: Die wissenschaftliche Suche nach dem Unterschied zwischen den Geschlechtern

Suche nach geschlechtsspezifischen Unterschieden an Skeletten.

Jede Darstellung hat betont, die Skelette naturgetreu und wissenschaftlich exakt abzubilden. Trotzdem waren die Abbildungen stark unterschiedlich.

"Männliches Idealskelett" - am Schönheitsideal orientiert; eigene Körpergröße als Ideal genommen (167 cm).

Abbildung von weiblichen Skeletten: Becken übertrieben groß, Schädel unrealistisch klein.

Feststellung, daß weibliche Schädel im Verhältnis größer sind => Frauen intelligenter? => Nein! Frauen in der Entwicklung zurückgeblieben => Vergleich zwischen Frau und Kind.

Historischer Kontext? Für die Entschlüsselung des Humangenoms wurde das Material von 12 weißen Männern genommen!

Zweck der Suche nach dem Unterschied: Bevölkerungsmangel => Wissenschaftliche Erklärung, warum Frauen reproduzieren müssen, wie können sie das am besten, etc.


2001-12-04

Das Seminar am 11. Dezember findet im HS 16 im Hauptgebäude der Uni Wien statt!

"Reflexionsanstrich" - läßt Kritik abprallen

Brian Wynne: Public uptake of science: a case for institutional reflexivity

Public understanding of science-Forschung Mitte der 80er-Jahre begonnen

Defizit-Modell: Wissenschaft im Elfenbeinturm, schickt die Erkenntnisse an die Gesellschaft (Defizit der Öffentlichkeit - durch Wissenschaftstransfer wird die Lücke aufgefüllt). Kein Forschungsmodell, sondern ideologisch. Nichtwissen solle behoben werden.

Wissenschaft aber nicht isoliert von Produktionsstätten und sozialem Umfeld! In vielen Situationen existieren auch andere Erklärungsmodelle, andere Formen von Wissen und Rationalitäten (theoretisches/naturwissenschaftliches Schaf <=> praktisches Schaf) etc. Weigerung, Wissen anzunehmen.

Sociology of Scientific Knowledge: Objektivitätsanspruch in Frage gestellt; Wissenschaft mit soziologischen Methoden untersucht.

Actor-network-theory: Menschen (oder auch nichtmenschliche Akteure werden untersucht) bilden ein Netz zur Lösung eines Problems. Aktoren können auch mehreren sozialen Netzen angehören. (WissenschaftlerIn nicht immer WissenschaftlerIn?)

Text der Royal Society über PUS: Publikum aufklären, Ablehnung resultiere aus Nichtwissen; Monitoring der Öffentlichkeit und Erziehungsmaßnahmen.

Thomas F. Gieryn: Cultural Boundaries of Science

Wissenschaft erhebt epistemologische Autorität, sie sieht sich als ideale Quelle des Wissens.

Taktische Argumentation => Grenzziehung und Interpretation dieser Grenzziehung.

Felt, Masseran: Frauen im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichem Wissen und Volkswissen


2001-12-11

Alan Irwin: Science and Citizenship

Diskussion um wissenschaftliche Ausbildung: Qualifikation der Bevölkerung => wirtschaftlicher Vorteil; öffentliche Akzeptanz; besserer öffentlicher Diskurs, bessere eigene Entscheidungen (Rauchen, Impfungen etc.).

Wissenschaft sei (laut Royal Society)

Öffentlichkeit ermutigt, Wissenschaft zu akzeptieren, nicht über wissenschaftliche Institutionen zu reflektieren.

Wissenschaft will häufig nichts vom BürgerInnen-Wissen wissen, weil:

Es gibt viele Formen von Rationalität. Was in der Wissenschaft erzeugt wird, macht häufig nur innerhalb der wissenschaftlichen Rationalität Sinn. Sobald etwas ein gesellschaftliches Problem (nicht mehr nur ein wissenschaftliches) ist, sind die wissenschaftlichen Lösungen nicht immer geeignet.

Wendy Faulkner: Medical Techology and the Right to Heal

Heilen: Transfer von "weisen Frauen" zur techno/wissenschaftsorientierten Schulmedizin.

Hexenverfolgungen: Heilen (durch Frauen) ist schwarze Magie, also strafbar. (Im Kontrast: Schulmedizin arbeitete damals mit Blutegeln, Aderlaß, Kältekammern, Kopfüber-Aufhängen etc.)

Geburtshilfe: Hebammen durch männliche Ärzte abgelöst. (Abergläubische Frauen richten Schaden an... - Aufsicht durch wissenschaftlich ausgebildete Männer notwendig.) => Geburt als Krankheit.

Hierarchisierung im Gesundheitswesen zwischen Arzt und Krankenschwester sowie Arzt und PatientIn.

Folk Knowledge zurückgedrängt, universitäre Ausbildung die einzig erlaubte.

Erzählung der PatientInnen irrational, da selbst betroffen => Bei Frauen auch die Annahme, daß sie hysterisch sind etc. => weniger ernst genommen.

In der Pharmaindustrie werden Medikamente zuerst an männlichen Tieren, dann an Männern getestet, da der männliche Hormonhaushalt etc. "stabiler" ist. Psychopharmaka wiederum an Frauen.

Seminararbeit

Themenschwerpunkt aussuchen, Perspektiven, Fragen, Beispiele, Einstieg anführen, einige Literaturzitate. Abstract Anfang Jänner.


2002-01-08

Robert Paine: 'Chernobyl' reaches Norway: the accident, the science, and the threat to cultural knowledge

Norwegische Regierung unvorbereitet; widersprechende Untersuchungsergebnisse; Auffassungsunterschiede zwischen Wissenschaften

Neubewertung der Strahlungslimits für Speisen; unterschiedliche Limits für Rentierfleisch, auch aus politischen Gründen. (Saami-Kultur)

Nord- und Süd-Saami getrennt; im Süden höhere Strahlungswerte.

Süd-Saami filtern nach einiger Zeit das Expertenwissen aus und leben wieder nach den eigenen Kriterien.

Methoden zum Senken des Strahlungslevels: Patrone (von der Wissenschaft empfohlen, von PraktikerInnen verweigert); selektive Fütterung => landwirtschaftliches Wissen besser berücksichtigt => Erfolg.

Neue Methode: Unglück als Chance zur Entwicklung.

Öffentliche Kontroversen

Gut oder schlecht?

Verschiebung der Verantwortung: Öffentlichkeit => BürgerIn => KonsumentIn (z.B. Kennzeichnungspflicht bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln - ist das wirklich wahr? Rohdaten - nicht Information.)


2002-01-15

Zu den Seminararbeiten

Sinn des Abstracts: Frage überlegen, beschreiben, Grundideen nennen. "Kleine Frage" beschreiben und einordnen.

Abgabewunsch: Mitte März (Je weiter wir uns von der LV wegbewegen, desto schwerer.) Wenn bis dahin nicht fertig, eine Deadline bekanntgeben (=> eigene Motivation).

Eingrenzung: auf Seminararbeits-Umfang.

Kriterienkatalog am Handout beachten! Wichtig: eigener Standpunkt; Struktur (Anfang und Ende); Klarheit des Arguments; sprachliche Qualität (zu häufig verwendete Füllwörter und Phrasen...); Layout macht das Lesen vergnüglich - aber kein Designpreis.

Forschungsfrage: z.B. "Welche Rolle spielt folk knowledge in den Geisteswissenschaften?" => Oberfrage (genug für Dissertation oder Diplomarbeit) in Unterfragen aufschlüsseln. Wo könnte ich Informationen für eine Annäherung an eine/zwei der Unterfragen finden? (=> realistischere Sicht)

Teil

Hinweise


Einleitung: Positionierung der Frage

("Ich werde mich nur mit diesem Thema auseinandersetzen.")

1,5-2 Seiten

Begründung der Einschränkung => Allgemeiner Fragenkomplex, meine Auswahl, Begründung meiner Auswahl.

Wie wird die Arbeit strukturiert?


Hauptteil

10-11 Seiten

Auslassen kann auch wichtig sein. Länge der Erklärung ist nicht unbedingt Qualität der Erklärung.

Balance: nicht 6 Seiten für die allgemeine Diskussion und eine halbe für die eigene Position.


Conclusio, Zusammenfassung, Ausblick

1,5-2 Seiten

"Für mich ziehe ich folgende Schlüsse..." "Für mich stellen sich folgende neue Fragen"


Annex: Literaturliste...



Seminararbeit: ca. 15 Seiten.

Zeugnis kann bis zu 6 Wochen nach Abgabe der Arbeit dauern. (Im 1. Stock des Instituts Zeugnismappen.)

Viele Abstracts zu weit. Vorgeschlagene Struktur beachten.

Diskussion der Lehrveranstaltung

Reflexion in der Wissenschaft

Bei Geistes- und Sozialwissenschaften traditionell und bewußt, auch verwendet, um sie in die Schranken zu weisen. Unhinterfragbarkeitsposition der Naturwissenschaften ist viel "interessanter".

(Ansatz: Computermodell historischer Vorgänge als Prognoseinstrument?)

Geistes- und Naturwissenschaften überhaupt unterscheidbar? Anspruch ein anderer. Experiment in den Naturwissenschaften zentral, in Sozialwissenschaften kaum möglich. Grenzen aber ständig in Bewegung (z.B. Psychologie, Sportwissenschaft, Geographie...) Hinterfragung des Eigenen ist in den Naturwissenschaften nicht so häufig.

Auch die naturwissenschaftliche Arbeit ist eine kulturelle Praxis.

Abstand

Warum so viele historische Beispiele? Heute ist vieles genauso.

"Induktivistischer Truthahn": T. beobachtet die Bedingungen für Essen über mehrere Jahreszeiten und zieht vor Thanksgiving den Schluß "es wird immer so sein" 8-)






© Balázs Bárány. (Homepage | datascientist.at)
Zuletzt geändert: 2002-01-15.