Wolfgang Duchkowitsch: 609484 - Kommunikationswissenschaftliche Vorlesung: Medienkultur in Europa nach 1945, iG-7.1, VO/UE

1999-10-07 Einführung

1999-10-14 Themenvorstellung

1999-10-21

1999-10-28

1999-11-11

1999-11-18

1999-11-25

1999-12-02

1999-12-16

2000-01-13

2000-01-20

2000-01-27 Prüfung


1999-10-07

1. Kommunikationskultur in Europa

Experiment: StudentInnen sollen die LVA mitgestalten. (StudentInnen sind keine KundInnen, sondern Mitglieder der Uni.)

"Wien ist das Mekka der Kommunikationsgeschichte für den deutschsprachigen Raum" - Deutscher Professor


1999-10-14

Vorstellung der möglichen Lehrveranstaltungsthemen, die von den StudentInnen gewünscht wurden.

Problematik von Fachzeitschriften/wissenschaftlichen Verlagen <=> Internet: In den herkömmlichen Medien prüft die scientific community die Qualität der Veröffentlichungen.

Internet als "Medium"? Internet enthält Medien.


1999-10-21

Dissertation von Fritz Hausjell: ca. 40 % der JournalistInnen der Nachkriegszeit in Österreich waren vorher für die NSDAP oder für die faschistische kroatische Ustascha tätig.

Die "Salzburger Nachrichten" wurden von der amerikanischen Besatzungsmacht gegründet und dienten der antikommunistischen Propaganda. Solche Qualifikationen konnten vorher ja bei nationalsozialistischen Medien erworben werden, das erklärt die Beschäftigung dieser Leute.

"...vorzügliche Journalisten, die der Zeitwind nach Salzburg geweht hatte..."

Die Entnazifizierung war ein Anliegen der Alliierten, sie wurde von der JournalistInnengewerkschaft durchgeführt. In zwei Bundesländer waren die zuständigen "Entnazifizierer" allerdings früher Nazis, die ihre Vergangenheit leugnen konnten: sie haben gegen Bezahlung die Vergangenheit von anderen Leuten "gereinigt".

Der "René Marcic"-Journalismus-Preis ist nach einem Journalisten benannt, der 1947 jemandem mit Gaskammer gedroht hat.


1999-10-28

In der nächsten Woche (3. 11. 1999) entfällt leider die Vorlesung.

1944 in einer Emigrationszeitschrift: "Werden die Zeitungen im Nachkriegs-Österreich von reuigen Nazis geschrieben? Nein. Das ist keine Selbstverständlichkeit."

Literaturhinweise

Aufsatz von Manfred Bobrowsky: "Österreich ohne Presse? - Perspektiven der Wiener Tageszeitung 1945", erschienen in: "Mediengeschichte - Forschung und Praxis", Hrsg. Wolfgang Duchkowitsch

Arno Meyerbrugger: "Elefanten im Porzellanladen - Über Meinungsmacher, Geldscheffler und Medienmagnaten" in: "Zeitungs-Los"

1945-46: Anfänge der freien Presse in Österreich

In Wien schon am 15. April erste Zeitung "Die Österreichische Zeitung", als Westösterreich noch von Nazis gehalten wurde. Von sowjetischen Offizieren herausgegeben, ca. 1955 eingestellt.

23. April: "Das Neue Österreich": "Drei-Parteien-Blatt" von ÖVP, SPÖ, KPÖ (damals gab es nur diese). Chefredakteur: Ernst Fischer (1899-1972, bis 1934 sozialdemokratischer Journalist, nach den Februarkämpfen nach Prag und später nach Moskau, als Kommunist zurückgekommen. Nach dem Krieg bis 1959 NR-Abgeordneter, 1968 aus der KPÖ ausgeschlossen (wegen Kritik am Einmarsch des Warschauer Paktes in der CSSR).). Stellvertreter: Paul Deutsch (1934 verhaftet, ab 1942 Mitglied einer Widerstandsgruppe, hat Flugschriften produziert und Artikel für antifaschistische Zeitschriften geschrieben. 1958 gestorben) Anderer Stellvertreter: Dr. Leopold Husinsky (geb. 1890, ab 1921 Redakteur bei "Reichspost", 1938-1945 Buchhalter im Erzbischöflichen Ordinariat. Unter Pseudonym "Attila" antisemitisch geschrieben, 1938 bei NSDAP beworben, aber nicht aufgenommen, weil "Mischling ersten Grades".)

"Das Neue Österreich" ist Mitte der 50erjahre eingegangen.

Überlegungen von Bertram Russel, wie eine "ideale Zeitung" aussehen soll: Zeitungen sollten nicht von einzelnen Parteien geschrieben werden und den Dogmatismus ihrer LeserInnen verstärken, sondern von den Parteien zusammen. Vorteil: LeserInnen würden alle Seiten erfahren.

Ernst Fischer: "Eine Zeitung, in der drei Parteien lügen, sagt fast schon die Wahrheit."

Die ersten Parteizeitungen

Parteien haben sich zuerst auf die Zuteilung von Verlagen einigen müssen. Weitere Streitpunkte: Papierzuteilung; "Hintanhaltung von Presseexzessen" der drei Parteien untereinander; Zustellung in der "Provinz". Grundsatzvereinbarung, zuerst geheim, dann von Volksstimme abgedruckt: Sachliche Diskussion von strittigen Themen, Verzicht auf "persönliche Polemik".

Preis einer Parteizeitung 1945: einheitlich 20 Groschen.

Schwierigkeiten bei der Papierbeschaffung, oder andere Probleme (Strom, Benzin für Zustellfahrzeuge usw.)

Parteizeitungen: Arbeiterzeitung (SPÖ), Kleines Volksblatt (ÖVP), Volksstimme (KPÖ)

Kleines Volksblatt gab es schon in der Ersten Republik, vor den anderen eingestellt. (Volksstimme gibt es heute nur als Wochenzeitung)

Arbeiterzeitung hatte anfangs große interne redaktionelle Schwierigkeiten, zuerst sogar ein ex-NS-Journalist dabei. Oskar Pollak übernahm nach seiner Rückkehr aus der Emigration im Herbst die Leitung und hat alles rausgeworfen, die zwischen 1938 und 1945 dabei waren. Er hat die Grenze zur KPÖ ganz scharf gezogen.

Kleines Volksblatt: Chefredakteur Edmund Weber. Über ihn wissen wir heute ziemlich wenig.

"Die Österreichische Volksstimme" Chefredakteur 1945 aus der Emigration zurück. Volksstimme für breite LeserInnenschichten konzipiert und anfangs kein Agitationsorgan.


1999-11-11

In Österreich gibt es fast keine Verbindung zwischen Wissenschaft und Medien. In Deutschland schon, in Form der Landesmedienanstalten.

Deklaration der Pressefreiheit

"Größtmögliche Freiheit der demokratischen Presse", unter Auflagen.

Die Besatzungsmächte hielten die Medien unter Kontrolle; es gab Presse- und Radiooffiziere.

z.B. Radio Wien: Sowjetisch besetzt.

Angst der Alliierten: Nazi-Gedankengut könnte in die Medien kommen.

1953-54: Gallup-Umfrage: "War das Dritte Reich schlecht oder gut?" 49 % sagten: prinzipell gut, aber schlecht umgesetzt.

Empfehlung vom Bundeskanzleramtes an die Zeitungen: Parteistreit auslassen, damit die Alliierten nicht den Eindruck von Konflikten bekommen.

Publizistikförderung: Regelmäßig fliegen Zeitschriften raus. z.B. Tatblatt. (=> Druck der ÖVP) Auch eine Art Zensur. Bei der Kommission (im Bundeskanzleramt) muß ein Ansuchen eingereicht werden; die Entscheidungen werden nicht begründet; Auszahlungshöhe auch unbegründet und unberechenbar.

Die Presse und der Rundfunk waren entsprechend der Besatzung in vier Teile eingeteilt.

Amerikanische Besatzungszone

Schon beim Einmarsch der US-Truppen hatten diese ein fertiges Medienkonzept. Drei Phasen:

1. Alle Zeitungsunternehmen schließen ("Nazi-Zeitungen") (Zuständig: Offiziere)

2. Stattdessen Zeitungsunternehmen durch US-Besatzungstruppen (Zuständig: Spezialeinheit "Information Services Branch" im "Mittelmeerhauptquartier" der US Army)

3. Übergabe in österreichische Hände (Ansuchen ...) (Zuständig: ISB)

Wichtiges Prinzip: Gemeinschaftszeitung mit Einbindung von ParteienvertreterInnen und Unabhängigen. => Idealvorstellung einer Zeitung ("Öffentlich-rechtliche Zeitungen")

Zeitungen nach diesem Typ: OÖ und Salzburger Nachrichten

Trotz ParteienvertreterInnen in der Redaktion mußten die Zeitungen unabhängig schreiben.

OÖ Nachrichten gelang das dank Alfred Maletta (leitende Funktion, später ÖVP-Parlamentarier).

Bei Salzburger Nachrichten war der Plan nicht so erfolgreich, weil sich VertreterInnen der SPÖ und KPÖ geweigert haben, mit ÖVP (Canaval) zusammenzuarbeiten. SN wurden Auffangbecken für ex-Nazis.

Britische Besatzungszone

1945 die letzten, die in Österreich einmarschiert sind. Kärtnen, Osttirol, Teile der Steiermark, später ganz Stmk.

"Psychological Welfare Branch": Mitteilungsblatt, später "Kärtner Nachrichten" (Auflage 20-100.000)

In Graz noch vor Kontrollabkommen "Neue Steirische Zeitung" von provisorischer steirischer Landesregierung.

1946 Parteizeitungen anstelle der NSZ und KN.

In US-Zone mußten die Parteizeitungen (ab 1946) von den unabhängigen ihre Marktanteile erkämpfen; in Stmk. und Kärnten gab es nur mehr Parteizeitungen. Dort daher langes Monopol der Parteiblätter.

Ähnlich in französischer Zone (Tirol und Vorarlberg).

Sowjetische Zone

In Niederösterreich Kontinuität der kleinen Zeitschriften, die auch während des Krieges bestanden.

Französische Zone

Die letzten, die Tageszeitungen überhaupt zuließen. Monatelang nur Radio und flugblattähnliche Kundmachungen. Erste Tageszeitung Vorarlbergs "Vorarlberger Nachrichten" (Dreiparteienblatt S/Ö/K) ab September 1946.

Tirol: 3. Mai 1945 letzte Nummer der Nazizeitung "Innsbrucker Nachrichten" mit Durchhalteparole des Gauleiters. Am nächsten Tag Befreiung. Tirol wurde "von innen" befreit. Exekutivausschuß gab ab dem darauffolgenden Tag "Tiroler Zeitung" aus. Am 5. Mai rücken die AmerikanerInnen ein und verbieten die Herausgabe der Zeitung (Phase 1). TZ nachher von AmerikanerInnen herausgebracht.

Parteien haben warten müssen; Erlaubnis ab Ende 1945, mit der Anordnung: "Die Freiheit darf nicht in Zügellosigkeit ausarten, denn Zügellosigkeit erzeugt Unordnung, und Unordnung wäre tödlich für das junge Österreich."


1999-11-18

Referat: Berichterstattung über Drogen

Funktionen der Massenmedien

Soziale, politische und ökonomische Funktionen ... siehe Mitschrift aus 1.4

1997 Abschlußbericht aus Bern, CH: zweieinhalb Jahre lang wurde an schwer Heroinabhängige kontrolliert Heroin oder Methadon abgegeben. Ca. ein Drittel der TeilnehmerInnen ist aus dem Projekt ausgestiegen.

Spiegel: Erfolg, weil das Leben geordneter wurde und die Kriminalität zurückgegangen ist.

Profil: Totaler Mißerfolg, nicht auf Österreich übertragbar.

Legalisierung weicher Drogen

Profil: "WHO unterdrückt Studie über die Auswirkungen von Marihuana und Alkohol"

In Medien wird über legale Drogen (Alkohol, Tabak, Lifestyle-Pillen) nie negativ berichtet; somit handelt es sich letztlich um Werbung. In diesem Punkt kein wesentlicher Unterschied zwischen Profil und Spiegel. Bei legalen Drogen ist also letztlich der wirtschaftliche Aspekt im Vordergrund.

Jugendzeitschriften in der Nachkriegszeit

Positionierung von Mädchen und Frauen

Viele Männer waren vermißt, in Gefangenschaft oder gefallen. 60 % Bevölkerungsanteil von Frauen. "Trümmerfrauen" mußten aufräumen.

Fremdbestimmtheit bestimmte das Leben der Frauen genauso wie im Dritten Reich. Als die Männer zurückkamen, mußten sich Frauen in ihre "weiblichen" Funktionen zurückziehen.

10 Jugend- und Studierendenzeitschriften aus der Nachkriegszeit wurden in einer Studie untersucht: katholische, kommunistische und sozialdemokratische.

Anstrengungen der Frauen wurden in ALLEN Jugendzeitschriften nicht nur nicht gewürdigt: sie wurden nicht mal erwähnt. Manche Zeitschriften (ÖVP-nahe) meinten sogar, die Leistung wäre nicht genug.

Thema Gleichberechtigung: Nur in sozialistischen und kommunistischen Jugend- und Hochschulzeitschriften überhaupt erwähnt. "Partnerschaft soll an Stelle von patriarchalischen Strukturen treten". Von Emanzipation war nie die Rede, nur von Gleichberechtigung.

Die kommunistische Jugendbewegung war so geplant, daß alle Jugendlichen eintreten sollten. Über die Gleichberechtigung hat nicht das allgemeine Medium, sondern nur die StudentInnen-Zeitschrift geschrieben. Die KPÖ hat erst 1989 ein Frauenprogramm ins Parteiprogramm aufgenommen.

Sozialdemokratische Medien: Grundthema: Die Frau im Widerstand. Später beginnen Modevorschläge, Schönheitskonkurrenz.

Manche Kinder- und Jugendzeitschriften vertraten die Ansicht, Fraternisierung mit den Besatzungsmächten sei würdelos. "Es ist würdelos, wenn Wiener Mädels sich für ein Paar Zigaretten an die Amerikaner verkaufen..."

ÖVP-nahe Zeitschrift "Student": "Mädchen und Frauen verkaufen sich an die Amerikaner. Grund ist hemmungsloses Triebleben... in den sechs Kriegsjahren." "Frauen = triebbestimmte Wesen"

Der weibliche Mensch wurde in den "katholischen" (=ÖVP-nahen) Medien, genauso wie in der NS-Diktion, nicht als Frau, sondern als Mutter dargestellt. ("Ruf der Jugend": "Wir sind auch die kommenden Frauen, die Mütter von morgen." )

Muttertag wurde in der NS-Zeit eingeführt. Daher wurde dieses Thema in Jugendzeitschriften nicht behandelt, außer in "Ruf der Jugend". "Wir grüßen die österreichischen Mütter, die uns in den fürchterlichen Monaten und Jahren ... stillen Heldenmut und nie versagende Opferbereitschaft..."

Glorifizierung der Mutterrolle war Pseudo-Aufwertung. Sie bezog sich auf den Dienst am Vaterland. "Der Frau, der man die seelische Reife zutraut, Mutter zu werden, ... Puppen, die angeschmiert [=Lippenstift]... sollten die staatsbürgeschaftlichen Rechte verweigert werden."

"Schlurf": Leute mit etwas längerem Haar, als schädlich betrachtet. "Stellt seine Arbeitskraft nicht dem Aufbau Österreichs zur Verfügung."

"Chocolady": "Girls" mit "Boyfriend". Verweigert dem österreichischen Volk ihre Gebährfähigkeit.

"Ruf der Jugend" zur Sexualität: "Selbstbeherrschung, Opfer, Verzicht." Opferpflicht der Frau: "wir Frauen sind nicht zum Genießen da."

"Vater ist Oberhaupt der Familie, die Mutter ihre Seele". Mädchen soll keine männliche Arbeit leisten, sondern als selbständige Haushaltsführerin ihren Beitrag leisten.

"Arteigene" Berufe für Frauen: Pflege, soziale Tätigkeit, Mithilfe in der Landwirtschaft. Kindererziehung ("Ruf der Jugend": aufgrund der minderen intellektuellen Fähigkeit.). Näherin, geistliche Schwester (Nonne).

Erklärungsansatz Stimulus-Response-Modell: gerade in jener Zeit entstanden. Medien hatten damals eine solche Funktion. (Keine Opinion-Leader. Menschen haben eher geglaubt, was in den Zeitschriften geschrieben wurde. Sie kannten keine freie Presse.)

Verstärkertheorie: Medien wirken nur dann, wenn Einstellungen bereits vorhanden sind und bestärkt werden.


1999-11-25

Alan Turing (1912-1954)

Turing-Test: Ein Computer ist intelligent, wenn er in einem fünfminütigen Blindtest mit einem Menschen verwechselt wird.

Arbeit "On Computable Numbers": Entscheidung des 3. Punktes des Hilbert-Programmes.

Bis 1975 unter strenger Geheimhaltung: Turings Entwicklung der "Bombe", einer Maschine für die Dechiffrierung von Enigma, dem deutschen Verschlüsselungssystem. Die Allierten waren praktisch lückenlos über die Aktionen der deutschen Wehrmacht informiert.

Enigma-Maschine verschlüsselte Texte auf einfache Weise; die Entschlüsselung erschien den Deutschen schwer, sie vertrauten darauf.

Die Anleitungen für die deutsche Enigma-Maschine wurden gestohlen. In Polen haben MathematikerInnen den Code der deutschen Wehrmacht geknackt und eine Maschine zur Entschlüsselung gebaut. Die MathematikerInnen flohen 1939 aus Polen nach Großbritannien und exportierten ihr Wissen. Turing entwickelte eine komplexere Maschine, weil das Verfahren der Deutschen verkompliziert wurde, und dann eine "Meta-Maschine", die alle Arten von Enigma-Codes dechiffrieren konnte.

Referat über Zensur im Internet

Referat über Werbung im Internet (Handout nicht mehr online)


1999-12-02

Referat über Freie Radios


Massenmedien

Alternativmedien

Organisation

Professionalisierung

Zugänglichkeit

Technik

Großtechnik

Leicht handhabbare Technik

Inhalt

Herrschaftsorientiert

Was sonst oft nicht zur Sprache kommt (Randgruppen, Lokalität)

In den meisten europäischen Ländern bis zu den 70erjahren Rundfunkmonopole. Aufkommende Piraten-Radios.

Heute ca. 1000 Lokalradios in den skandinavischen Ländern (in Österreich 8). In Frankreich (ca. 500 freie Lokalradios) sogar Förderung durch Unterstützungsfonds der kommerziellen Radiostationen.

FERL: Europäische Föderation Freier Radios, 1986 gegründet, 300 Radioföderationen in 17 Ländern

AMARC: regierungsunabhängig, 1982 gegründet.

Piratenradios der 90er-Jahre: 1991-03-01 "Piratenradio-Tag" => Pressure-Group für Freie Radios

Freie Radios on air: Radio Orange 94.0 (Wien) Radio FRO (Linz) Radiofabrik (Salzburg)

Finanzierung: ca. 50 % öffentliche Förderungen, immer nur für einzelne Projekte, nie fürs Radio selbst. "Radio-Abonnement"; Sendezeiten-Verkauf (geplant), Sponsoring (geplant). Kooperation mit Bildungseinrichtungen.

Referat über die 68er-Bewegung in Österreich

"Neues Forum"

1968: Heftige Demonstrationen gegen Pauschalierung der Studiengebühren und Misere der Hochschulen.

März: Forderung nach Revolutionierung aller Lebensbereiche. 7. Juni: "Heiße Viertelstunde"

Referat über die Medienpolitik der USA

Reinold Wagsleitner: Coca-Colonisation und Kalter Krieg

Demokratie wurde mit materiellem Überfluß in Verbindung gebracht; amerikanische Kultur wurde dadurch leichter akzeptiert.

"Reorientation": bereits ab 15. Mai 1945.

Kontrolle und Entnazifizierung der Presse, Theater, Film (Distribution kommerzieller US-Filme), Fernschreibverbindungen. Kostenlose Informationen vom amerikanischen Nachrichtendienst.

Im Laufe der Nachkriegsjahre die antikommunistische Propaganda immer stärker, Entwicklung der Zentrale zur Propaganda im Ostblock.

Blätter, die nicht notwendigerweise antifaschistisch, aber antikommunistisch waren, konnten schon ab 1946 mit Wohlwollen der US-Behörden rechnen.

Bis Mitte 1947 für jede Publikation in der US-Zone Lizenz notwendig.

Druckmittel: Papier-Rationierung und Nachrichtensperre

"News and Features"-Abteilung: Gratisinformation für österreichische Medien, und "amerikanisch gefärbte Information"

Ziele: Langfristige Förderung einer demokratischen Presse und Antikommunismus

Kontrolle über Radio bis zum Ende der Besatzungszeit. Radio Rot-Weiß-Rot wichtiges Propagandamedium auch für den Ostblock.


1999-12-16

Referat: Rundfunk nach 1945

1. 10. 1924: RAVAG (Radio Verkehrs AG) beginnt zu senden

Zunächst wegen Topographie nur in Ostösterreich empfangbar.

12. 3. 1938: RAVAG wird auch annektiert, "Deutsch Österreichischer Rundfunk"

Sowjets und AmerikanerInnen versuchen nach 1945, eigene Rundfunkvorstellungen zu verwirklichen.

Sowjets: Zensur und Interventionsrecht

Rot-Weiß-Rot: Salzburg und OÖ (US)

1954-1955: Rückgabe der Sender, Rundfunk wird Bundessache

1. 8. 1955: Fernsehversuchsbetrieb

1964: Rundfunkvolksbegehren, 832.000 Unterschriften

1. 4. 1998: Privatradio (Offizieller Start in Wien)

Alle ReferentInnen: Handouts bitte an Prof. Duchkowitsch, er legt sie eine Mappe!

Referat: Geschichte der Frauenzeitschriften

1644: "Frauenzimmergesprächsspiele" - älteste deutsche Frauenzeitschrift

18. Jhdt. "Die moralischen Wochenschriften" (Vorbilder aus England: "The Christian Hero" (1701))

In dieser Zeit schrieben noch Männer unter weiblichen Pseudonymen

Österrech: "Theresie und Elenore" (1766, Joseph von Sonnenfels); "Das Blatt für Frauenzimmer" (1789); "Zeitung für Damen und andere Frauenzimmer" (1794, Themen: Ökonomie, Mode, Gesellschaftskritik)

19. Jahrhundert

Vorwiegend Kunst- und Modeblätter.

1848: politisch engagierte Blätter, Frauen begannen, Zeitschriften herauszugeben.

Nach 1865 Blätter der Frauenbewegung, aber auch "Familienblätter"

Nach dem 1. Weltkrieg: Hausfrauen-, Familien- und Modeblätter

Im Nationalsozialismus: fachgebundene und unterhaltende Frauenzeitschriften als Propagandamittel

Nach dem zweiten Weltkrieg

Zuerst Parteiblätter für Frauen

"Die Österreicherin" - literarisch/künstlerisch, 1949 eingestellt

1946: "Die Frau von heute" - für den Mittelstand, von der Frauenbewegung der ÖVP

Ab 1975

Eintreten für die Rechte der Frau

Heute

Zeitschriften konzentrieren sich auf Fachbereiche

Referat: Frauenideologien im Nationalsozialismus

Frau grundsätzlich als Mutter; wenn nicht Mutter, dann in Erziehung/Pflege. Dem Mann unterstellt. Gesetze gegen freie Partnerwahl.

Frauen in Widerstandsgruppen: möglichst wenig Kontakt mit Familie und KameradInnen; Angst vor Folter. Aufgabe: z.B. Waffentransport (Kinderwagen praktisch).

Göring: Frauen der ArbeiterInnenklasse: "Arbeitspferde", Frauen aus bürgerlichen Kreisen: "Zuchtstute"


2000-01-13

Am 20. Jänner Gastvortrag über Entwicklung des Fernsehens.

Eine Prüfungsfrage wird sich auf diesen Vortrag beziehen. Eine andere Frage wird sich mit der Nachkriegszeit beschäftigen. Die Prüfung ist am 27. Jänner. Keine Anmeldeliste.

Referat: Dogma '95

Initiative von vier dänischen Regisseuren, um einen Neubeginn im Film einzuleiten.

Schwur:

  1. Es darf nur am Schauplatz gedreht werden (keine Requisiten)

  2. Ton niemals vom Bild unabhängig

  3. Ausschließlich mit Handkamera

  4. In Farbe, keine spezielle Beleuchtung

  5. Keine optischen Effekte

  6. Keine oberflächliche Action

  7. Zeitliche und geografische Verzerrungen verboten

  8. keine Genrefilme

  9. 35 mm

  10. RegisseurIn darf nicht genannt werden

Lars von Trier: ("Idioten", "Breaking the Waves", "Geister", "The Element of Crime")

"Idioten": Leute, die Geistesbehinderung vortäuschen. 2. Dogma-Film.

Thomas Winterberg: "Das Fest", erster Dogma-Film. Versuch, gegen die konventionellen Film-Ausdrucksmittel zu protestieren

Soren Kragh-Jacobsen: Dokumentarfilmer und Musiker. "Befreiung von der Technik"

Christian Lebring: "The King is Alive" soll im Jahr 2000 erscheinen.

5. Dogma-Film: "Lovers" aus Frankreich

In Cannes wurde 1999 angekündigt, daß in folgenden zwei Jahren 16 neue Dogma-Filme gedreht werden.

Buch über Lars von Trier: "Breaking the Dreams", 1998

Referat über Fernsehwerbung

"Making of..."

ORF lagert keine Werbung. => Eigene Firma. Die lagert die Lagerung wiederum aus, ins Österreichische Filmarchiv. Aber der zuständige Mitarbeiter war krank.

Im Internet eine Firma, die alte Werbefilme verkauft, aber nicht auf e-mails reagiert.

Österreichische Fernsehgeschichte

1956: erste Ausstrahlung. Ein ORF-Programm.

1957: 6 Tage Fernsehbetrieb, nur in Wien.

1959: Täglich Sendebetrieb, 50.000 TeilnehmerInnen am Anfang und 100.000 am Ende des Jahres

1961: Beginn eines dreitägigen Sendebetriebs von FS 2.

1968: 1 Mio. ZuseherInnen

1970: Täglicher Betrieb von FS 2

1971: Österreich mit Sendeanlagen "komplett" versorgt (auch heute noch sind 5 % der Haushalte nicht versorgt...)

1972: Versuche mit Farbfernsehen

1973: Werbewirtschaft aufgefordert, Mißbrauch von Kindern in der Werbung zu vermeiden

1975: auch vormittags Sendebetrieb

1959: Werbung beginnt

1986: Staatspreise für Werbespots

1986: Auch sonntags und feiertags Werbefernsehen

Frauenbild in Werbespots

Zwei Dissertationen gefunden, aber die waren nicht ausführlich genug. Prof. Duchkowitsch: Die alten Dissertationen erreichen nicht das Niveau von heutigen Diplomarbeiten.

Referat: Das Kino / Der Spielfilm

1870: Idee von Hery Renno Heyl: Fotoserien mit Bewegungsabläufen

1873: Erste Serienfotos

1884: Rollfilm aus Papier

1887: Zelluloid

1889: Erster Film "The Sneeze" (30 Sekunden) ("Kinematograph")

Filme in der Anfangszeit als Pausenfüller zwischen anderen Veranstaltungen.

Filmmaterial war sehr feuergefährlich, alle Vorführungen mußten in geschlossenen Räumen stattfinden => Kino

2. Weltkrieg: Propaganda- und Spielfilme, später fast schon Antikriegsfilme

50erjahre: Kalter Krieg - Glorifizierung von amerikanischen Institutionen

In Europa eigener Stil "Neorealismus".

Film stark mythenbildend (Hollywood)

Filmfestivals

Staatliche Filmförderungsmaßnahmen (z.B. aus Besteuerung von Kinokarten)

Koproduktion mit dem Fernsehen

50er und 60er Jahre: Unterstützung der europäischen Filmindustrie durch Auslandsproduktion der USA; Fernsehen Nachfolger des Kinos.

60er Jahre in Frankreich "Nouvelle Vague": Amerikanischer Kulturimperialismus. US-Film dominierte in England, Italien und Frankreich.

Ende der 60er-Jahre: Furcht der Studios wegen Vervielfältigung durch Video

1970 Ende des temporären Internationalismus

70er-Jahre: Unterhaltung als Grundlage des Hollywood-Films wird in Frage gestellt.

Ende der 70er-Jahre: Videoproduktionen statt B-Filme

70er- und 80er-Jahre: Blockbuster (teure Filme, die sehr viel einspielen müssen)

80er: wieder US-Kontrolle über die Leinwände der Welt.

Video belebt auch den Filmmarkt

90er: Videomarkt auf Hollywood angewiesen.

Wien-Film

1938 gegründet

nach 1945: als deutsches Eigentum deklariert

Austria Film-Verleih- und Vertriebsgesellschaft: Monopolbetrieb hat 1945 keinen Markt

In Österreich: Filmförderungen durch das Bundesministerium für Unterricht Und Sonstwas.

Film als Traum für die Masse

Radikale Veränderung der Traditionswerte durch den Film: Prominenz - Stars

Bereits 1912: erste Fanmagazine

Zukunft

"audiovisuelle Welt des Dritten Jahrtausends"

3D-Welt mit Spezialbrille, computergesteuerte Hydraulik-Sitze, 360°-Rundum-Blick, 800-m2-Leinwand

In Wien derzeit 17.000 Kinositzplätze, 3.400 werden gebaut


2000-01-20

Gastvortrag: "Der Traum vom Sehen"

"Leitmedium einer zweiten Moderne". Höhepunkt erreicht, Netzkultur könnte die Macht übernehmen.

Sozialisationsinstanz und kultureller Träger (Informationsquelle und Unterhaltung)

Geschichte des Fernsehens in den deutschen Staaten

Anfänge seit 1924 - Lochscheiben, später elektronische Aufnahme/Wiedergabe in verschiedenen Industriestaaten

Erste Ausstrahlung bewegter Fernsehbilder: 1929 (Berliner Sender Witzleben)

Regelmäßiger Fernsehbetrieb 1935 Berlin

1952 offizieller Beginn in DDR (regulärer Betrieb ab 1956) und BRD

60erjahre: Massenmedium, (Partei-)Politische Instrumentalisierung der Rundfunkgremien. "Ausgewogenheit" und "Sachlichkeit" als normative Richtwerte. Vorschläge, Privatfernsehen einzuführen.

Farbfernsehen 1967

Übertragungen aus USA (z.B. Mondlandung) und Japan

70er: externe und interne Kritik am Fernsehmedium. Formen der Gegenöffentlichkeit, z.B. Videogruppen. Darstellung der Alltagswirklichkeit.

80er: Duales Rundfunksystem. Lizensierung und Kontrolle für privaten Rundfunk. Landesmedienanstalten als Aufsicht. Kabelpilotprojekte.

Konvergenz der Systeme: Angleichung ARD und ZDF und Private. Ausweitung des Sendevolumens auf 24 Stunden.

90er: Gesamtdeutsche Entwicklung. Auflösung DFF 31. 12. 1991. Scheitern des gemeinsamen (Nord-)Ostdeutschen Rundfunks. In den neuen Ländern wird auch heute noch mehr privat geschaut.

Forderungen: Öffentlich-rechtliche sollen sich aus der Werbung zurückziehen.

Digitales Fernsehen (<> Pay-TV): In Deutschland nur mehr 10 % analoge terrestrische Ausstrahlung.

Für 2000 ist ein komplettes deutsches Fernseharchiv geplant. Das Material soll öffentlich zugänglich sein.

2000-01-27

Prüfungstermin am 27. 1. 2000:

Folgende 6 Themen standen zur Auswahl, zu vier davon war je 1 A4 Seite zu schreiben. Keine Übungsarbeit.

  1. Jugendzeitschriften in der Nachkriegszeit (glaub ich)
  2. Geschichte des Fernsehens in der BRD
  3. Nachkriegsjournalismus (so ungefähr)
  4. Was verbinden Sie mit den Namen Turing?
  5. Internet Werbung
  6. Die Dogmen vom Dogma 95

© Balázs Bárány. (Homepage | datascientist.at)
Zuletzt geändert: 2000-02-18.