Mag. Wolfgang Zeglovits: Kommunikationstechnologien II. "Stichwort Internet"

2001-03-02

2001-03-10

2001-03-11

2001-04-08

2001-06-10


2001-03-02

Sa., So. 10, 11. 3. 2001 10:00-17:00 HS2

So. 8. 4. 2001 Lehrredaktion

10. 6. 2001 HS2

Für Abschluß notwendig:

e-mail: wolfgang.zeglovits@blue-c.com, im Notfall 01/406 66 24

Mailingliste: swinternet@yahoogroups.com

Themen

Internet-Begriffe werden hinterfragt, soziale Implikationen erklärt.

Art der Informationsaufnahme

Konvergenz der Medien, Bandbreite, Mobilität, e-business

Sicherheit im Netz

Kriminalität, Überwachung


2001-03-10 Einführung und Überblick

Einführung

Agenda

Erwartungen

Elemente einer wissenschaftlichen Arbeit

Arbeiten elektronisch und evt. auch auf Papier abgeben.

Informationen am Titelblatt

Zitate

Meilensteine in der Entwicklung des Internet

1945 Vannevar Bush: As We May Think: Bush sollte die militärische Forschung in die Friedenszeit überführen und entwarf das "MEMEX"-System.

1964 Marshall McLuhan: Global Village: Idee der vernetzten Welt.

1965 Ted Nelson: Xanadoo: Begriff des Hypertext erklärt.

1968 ARPANET: zwei Unis über eine Telekommunikationsleitung verbunden

1989 Tim Berners-Lee: World Wide Web: Im CERN-Forschungsinstitut. Idee: Hypertext mit Internet verbinden und Publikation sowie leichtes Suchen ermöglichen. Dort wird derzeit an GRID gearbeitet, um Struktur ins Web-Chaos zu bringen.

Hyperwave: Versuch der Weiterentwicklung von Hypertext im Netz.

Internet-Nutzung in Österreich

AIM: Austrian Internet Monitor. Projektgemeinschaft Integral und Fessel-Gfk. http://www.integral.co.at/

Basis: 18.000 repräsentative Telefon-Interviews. (1.500 monatlich, 4.500 pro Quartal)

Zusammenfassung Jahr 2000:

Begriffe

ccTLD: Country code Top Level Domain

Chat: Live-Online-Kommunikation, tratschen

Client: Programm oder Gerät, das Informationen vom Server abruft

Community: virtuelle Motivgemeinschaft im Netz. Bindet Leute an die Site.

Content Management System: System, um Inhalte ins Netz zu stellen.

Cookie: digitale Kennung, die auf der Festplatte des Nutzers gespeichert wird.

Data Mining: Aufbereitung und Auswertung von Daten

e-business: Digitalisierung von Geschäftsprozessen

e-commerce: Teilmenge des e-business: Verkauf übers Netz.

Feature: Funktion oder Leistungsmerkmal eines Programms

Firewall: elektronische Sicherheitsbarriere

Forum: Abgegrenzter Diskussionsbereich, z.B. Usenet

gTLD: generic Top Level Domain: "internationale" Domainnamen, com, org, net, mil, gov, edu

Hyperlink: Verknüpfung zu einer anderen Seite, im Idealfall hervorgehoben

Internet: Verbund von mehreren Mio. Computern

Intranet: Firmeninternes, auf Internettechnologie basierendes Informationssystem

Login: Anmeldung, meist mit Name und Paßwort, um einen Dienst zu benützen

Module: Programm-Bestandteile, Einzelbestandteile

Navigation: leitet den User mittels Verlinkung durch die verschiedenen Ebenen einer Seite

Netiquette: Benimmregeln im Netz

Relaunch: Erneuerung einer bestehenden Webseite

Rich Media Content: bewegter, animierter Content: Video, Audio, Flash, 3D, virtuelle Rundgänge

Stickyness: Wahrscheinlichkeit der Rückkehr der BenutzerInnen zur Site, Affinität

Templates: Vorlagen, Schablonen für ein Dokument oder ein Design

Traffic: Datenverkehr, Auslastung des Netzes

Usability: Benutzbarkeit, Bedienungsfreundlichkeit. Maß für die Effizienz, Erlernbarkeit usw. der Software

User: BenutzerIn

User-Tracking: Identifizierung und Nachverfolgung des Surf-Verhaltens, Anlegen eines Kundenprofils, sehr häufig mit Hilfe von Cookies

Visits: Besuche auf einer Webseite. Ungenaues Maß.

Thesen zu Information

Informationsarchitektur

In diesen Aufgabenbereich fällt:

Usability Engineering - Basiskriterien

Usability bedeutet die Optimierung der Website und deren Bedienung im Bezug auf die folgenden Aspekte:

Regeln wie Nielsens "Top 10 Fehler im Web-Design" können helfen, sind aber keine konkrete Richtlinien.

Gröbste Fehler:

Usability Engineering

Garantiert eine hohe Qualität beim Aufbau von Websites und erreicht damit eine hohe Kundenzufriedenheit.

1. Stufe: Bedarfsanalyse

Evaluation von bestehenden Websites und User-Feedback

2. Stufe: Prototyp-Test

Überprüfung der Funktionalität durch nicht involvierte Konzeptionisten

3. Stufe: Produkt-Test

Evaluation der Website durch User vor dem Online-Termin

Bedarfsanalyse

Positive und negative Elemente der existierenden Webseite hinsichtlich vergleichbarer Seiten analysieren.

Heuristische Evaluation: Die Site wird nach typischen Fehlern und irreführenden Funktionalitäten geprüft

Interviews und Fokusgruppen

Ziel: Vermeidung von typischen Fehlern

Prototype testing

Cognitive Walkthrough: Erfahrene Konzeptionisten, die nicht ins Projekt involviert sind und damit das Ergebnis nicht verfälschen, lokalisieren Fehler und schlagen Alternativen vor.

Ziel: Material für die ProgrammiererInnen und DesignerInnen wird optimiert

Produkt-Test

Methode: Task Test: User aus der Zielgruppe wird gebeten, verschiedene Aufgaben zu lösen.

Ziel: Qualitativ hochwertige und voll funktionsfähige Website beim Online-Termin.

Usability Test Center

Spezielle Testumgebung verbessert die Resultate des Tests:


2001-03-11

Empfehlung: Heise Telepolis: http://www.heise.de/tp/

Brainstorming

New Economy

Gibt's das wirklich?

Datensicherheit bei Zahlung im M-Commerce

+ old economy ?= real economy

Klassische Werbung + Internet?

e-commerce + KonsumentInnenschutz

Internet als direct marketing tool

Imagepflege

Kaufverhalten der User

Branding

Theorie der New Economy (neoliberale Schule)

Technik

Politik und Internet

Netztheorie

Basistexte

3 Hauptthesen herausarbeiten, mindestens 3 Unklarheiten (Widersprüche im Text oder bezüglich eigener Erfahrungen; unverständliches)

"Wenn die Dinge denken lernen"

Widersprüche:

Mythos Konvergenz

Unklarheiten

Computer as Theatre

Politik

Unklar:

Aufmerksamkeitsökonomie

Unklarheiten, Widersprüche:

Referatsthemen

60 Min. mit zweiseitigem Abstract zum Verteilen, max. 4 Personen

8. 4. 2001

Am 10. 6.

Themen für Arbeiten

Frei wählbar; auch gemeinsam möglich (max. 2 Personen), 7-10 Seiten einzeln oder zu zweit

Vorschläge:

Treffpunkt für ReferentInnen: 1070 Neubaugasse


2001-04-08

Content Management Systeme

http://go.to/cmssysteme

Warum CMS?

Das Web war ursprünglich als wissenschaftliches System gedacht, an eine kommerzielle Verwendung wurde nicht gedacht.

Sachen ins Web zu stellen ist nicht ganz trivial; CMSe führen eine Zwischenschicht ein, um den Prozeß zu vereinfachen und auch schneller zu machen (auch ganz wichtig im Web).

Ein CMS vereinheitlicht auch das Layout, die Inhalte müssen nur als simpler Text eingegeben werden. Auch Zusammenarbeit am selben Dokument ist möglich.

Verwandt: Redaktionssysteme.

Problem: veraltete Homepages. Riesen-Aufwand bei der Erstellung, nachher keiner => alte Inhalte.

Für ein CMS wird zuerst eine Grafik mit Templates (Schablonen) erstellt. In diesem Templates sind dann Platzhalter für die Datenbankinhalte. Die Seite wird "on demand" für den Browser generiert.

Suchfunktion mit CMS leichter möglich.

Nachverfolgbarkeit: CMS speichert, wer wann welche Änderung gemacht hat. Auch History des Dokuments wird manchmal aufbewahrt.

Personalisierung: Nicht nachgefragte Inhalte können entfernt werden, User können sich Design und Inhalte wählen.

Statistikfunktionen sollten in gute CMSe integriert sein.

go.to/kuc/: All your base are belong to us-Video

Usability Testing

http://www.netdoktor.at/

Als User registrieren: 6:36 (Versuchsperson liest die Homepage. Versucht, sich als Pro zu registrieren. (F) Gibt Daten ein. Bricht ab, liest den Hinweis, daß das Ärzten vorbehalten ist. Scrollt wieder auf der Homepage ganz hinauf. Benutzt die Suchfunktion und sucht nach "Registrieren". Findet kein relevantes Ergebnis. (F) Benutzt die Suchfunktion und sucht nach "Login". Findet "Anmeldung - Fit mit NetDoktor". Gibt Daten ein. Hat leichte Probleme mit @.)

Zahnarzt suchen: 0:46 (Geht auf Adressensuche, Wien, Facharzt Zahn...kunde, 16. Bezirk. Wartet auf Ergebnisseite. Wartet. Wartet. Liste wird angezeigt.)

Selbsthilfegruppe für Alkoholprobleme: 1:34 (Volltextsuche, Alkohol. 100 von 3029 Ergebnissen gefunden. Scrollt auf Suchergebnisseite nach unten, sucht zusätzlich nach Selbsthilfe. Findet "Selbsthilfegruppen in Österreich". Gibt Problembereich Alkohol ein.)

Menstruationsbeschwerden: 4:05 (Volltextsuche "information menstruation". Scrollt auf Suchergebnisseite. Neue Suche: "information menstruationsbeschwerden". Sehr viele irrelevante Ergebnisse. (F) Geht wieder auf die Hauptseite zurück. Geht auf "Ratschläge", dort auf Menstruation. Findet 5.)

Neurodermitis: 0:27 (Ratschläge, Haut und Haare, Neurodermitis. Gefunden.)

Feedback: 1:03 (Stinksauer. Service, Netdoktor-Redaktion. "Wir über uns" erscheint, Liste mit e-mail-Adressen. Entscheidet, e-mail an Geschäftsführung zu schreiben, e-mail-Fenster geht auf.)

6 Task erfüllt, 6/6; 3 Fehler.

Quantitativ vs. Qualitativ

Beim Vergleich zweier Sites eher quantitativ. Nicht nur Durchschnittszeit, sondern auch Varianz messen!

Beim Testen einer Seite eher qualitativ: Was hat Probleme verursacht etc.

Häufige Fehler bei Websites

1. Zu lange Ladezeiten

2. tote Links

3. browserspezifische Webseiten

4. Fehlen von Archiven

5. Verwendung neuester Software/Technologien

6. Nichterfüllen von User-Erwartungen

7. Unterbinden des Back-Buttons (z.B. Weiterleitungen, Flash)

8. Keine Quellentransparenz (Gesichter machen eine Webseite vertrauenswürdiger)

9. Werbung, blinkende Texte

10. Sackgassen-Seiten

11. Scrollen von Seiten

Wie Seiten im Internet gelesen werden

Es wird kaum gelesen; nur überflogen. Werbung wird ignoriert. Größte Aufmerksamkeit in der Bildmitte. Aufmerksamkeit nimmt von links nach rechts ab.

Texte am besten auf die Hälfte kürzen. Überfliegen unterstützen (Zwischentitel). Wichtiges vorne.

Für Glaubwürdigkeit: objektiv schreiben.

Sicherheitssysteme für den Eigenbedarf

Siehe Referatsfolien http://tud.at/publizistik/5.8-II/

net.art - Netzkunst/Kunst im Internet

1995 Prix Ars Electronica: erstmals Prämierung von Websites

Charakteristika der net.art

Moderation

Neuer Webserver: Platz für Referate nach Termin, Platz für Seminararbeiten, Kontaktmöglichkeit über swinternet-Gruppe, evt. weitere Texte.

Bei Yahoogroups wöchentlich (zweiwöchentlich pro Person) Mail mit interessanten Internet-Themen.


2001-06-10

Napster-Verteidigung

1. Napster sei Internet Service Provider - nicht für die Handlungen der BenutzerInnen verantwortlich

2. Austausch von mp3s im privaten Bereich wegen des Audio Home Recording Acts legal

3. Nicht per se ein Instrument zur Urheberrechtsverletzung, legale Benutzung auch möglich

4. RIAA will im Internet-Musikmarkt Monopol

Was wird aus Napster?

Napster-Clones und Alternativen

Protokoll wurde von anderen dokumentiert - OpenNap-Netzwerk gestartet: eigene Server, die mit einem Napster-Client-Programm kommunizieren können.

Audio Galaxy - bereits gefiltert

Gnutella/Bearshare

Freenet

Internet und Werbung

New Economy in Reinkultur: Alle wollen es machen, haben aber keine Ahnung, wie's funktioniert.

Online-Werbeformen

Problem: massenweise angefertigt, meist nicht interessant bzw. gut gemacht => Leute ignorieren es.

"Werbeunterbrechung" im Netz.

Alles Schwachsinn?

Recall-Werte (ungestützte Erinnerung): 22 % (von einem Unternehmen)

Recognition (gestützt): 57 %

Klick-Raten variieren, sie sind schon unter 0,5 %. (Sogar in den Statistiken der Web-Vermarkter.)

Ausweg: Sonderwerbeformen?

"Permission Marketing": z.B. auf eine Werbebotschaft sollen mindestens drei inhaltliche Botschaften folgen. Response-Raten bei gewollten Newslettern viel höher, ca. 10-15 %.






© Balázs Bárány. (Homepage | datascientist.at)
Zuletzt geändert: 2001-06-10.