Eva Brunner-Szabo: 609350 - Film, iG-5.1 (II), VO/UE

1999-10-13 Einführung

1999-10-20 Situation von Public Access-Kanälen in Europa

1999-11-03

1999-11-10

1999-11-17

1999-11-24

1999-12-01

1999-12-15

2000-01-12

2000-01-19

2000-01-26


1999-10-13

Zeugnis: Mitarbeit in einer Gruppe oder Einzelarbeit

Präsentation schriftlich oder als Video

Anwesenheit in mindestens 50 % der Zeit empfohlen.

"Fernsehen der dritten Art"

In Österreich ist Fernsehen über Kabel mittlerweile erlaubt, terrestrisch ausgestrahltes Fernsehen aber noch verboten.

Österreich hat eine extrem hohe Pressekonzentration, die größten Zeitungen sind auch massiv an den Privatradios beteiligt.

Vorteil von Fernsehsendern der dritten Art: sie müssen nicht den öffentlich-rechtlichen oder privaten Grundsätzen genügen, sondern sie können Kommunikation unter Menschen betreiben.

Public Access ~= Offener Kanal

Im folgenden wird über "Offene Kanäle" gesprochen, damit sind alle ähnlichen Formen gemeint.

OK in Deutschland Ende der 70erjahre entstanden. Sie bieten BürgerInnen die Gelegenheit, ihr Recht auf freie Meinungsäußerung in elektronischen Medien auszuüben. OK kommen ohne kommerzielle Werbung aus, ihre Benutzung ist kostenlos. Für geschützte Musikstücke usw. müssen jedoch Beiträge an die Verwertungsgesellschaften abgeliefert werden. Sie bieten BürgerInnen Zugriff zur Sendetechnik und auch Beratung und Kurse.

Finanzierung: In Deutschland Landesanstalten für Rundfunk (letztlich von den Privatsendern) und Städten.

Zugang: Jede Person, die im betroffenen Sendegebiet wohnt. Verantwortlich ist jedeR für den eigenen Beitrag, am Anfang und Ende werden Name und Adresse eingeblendet.

Programm: Mittlerweile gibt es Wochenpläne bei vielen deutschen Offenen Kanälen.

Brecht: "Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln."

Einteilungsmöglichkeiten

Rechercheaufgabe: Wie sah/sieht die Situation in Österreich aus? Wie werden solche Projekte in österreichischen Medien rezipiert? Wie schaut die Berichterstattung darüber aus?


1999-10-20 Situation von Public Access-Kanälen in Europa

Die nordischen Länder

Erstmals Public Access TV in Europa (vom Meer ausgestrahlte Piratensender in den 60erjahren).

Schweden: Anfang der 80erjahre "Nahradiogesetz", 1983 fix eingeführt, 1990 2400 Gruppen mit Radiosendungen. 1992 auch TV. In 7 Städten PA Fernsehen. Finanzierung durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoring, Werbung ist nicht erlaubt. Live-Übertragung aus dem Parlament. Kabelgesellschaft muß PA-Kanal anbieten, um Lizenz zu bekommen.

Dänemark: fast das ganze Land kann von PA Kanälen erreicht werden, da terrestrische Ausstrahlung. 1983 Versuchsphase für lokales Fernsehen: nichtkommerzielle Sendungen. Finanzierung auch lokal (Spenden, Bingo) sowie aus den Erträgen der kommerziellen Sender (!). Seit 1989 Werbung erlaubt.

"TV Stop" in Kopenhagen, Dänemark: ca. 30 MitarbeiterInnen, 10 Sendestunden pro Woche, Live-Nachrichtensendung. (Adresse: T45/35360022 Griffensfeldsgade 29, 2200 Copenhagen)

Westeuropa

Niederlande: Zuerst ebenfalls Piratensender vom Meer aus, ab den 80erjahren Experimente. 1981 Dachorganisation der lokalen Rundfunkveranstalter, seit 1988 Public Access geregelt, Rundfunkveranstalter müssen verschiedene Kriterien erfüllen. Auf Lokal- und Regionalebene werden Lizenzen so erteilt, daß das Programm für die Gegend repräsentativ ist. Lokale Sender aus Schenkungen und Subventionen, teilweise aus Werbung finanziert. Alle 3 Jahre Konferenz über die Zukunft der unabhängigen Medien.

StudentInnen-TV in Amsterdam, ca. 30 MitarbeiterInnen, Finanzierung durch Uni und aus öffentlichen Mitteln.

Die nächste Lehrveranstaltung (27. 10.) entfällt.

Die Themen sollen das betreffen, was uns am meisten interessiert, es gibt keine genauen Vorgaben.


1999-11-03

Großbritannien

Public Access in UK

Public Access durch BBC selbst ermöglicht und in "Community Program Unit" ausgestrahlt.

Programmphilosophie: für ein demokratisches Fernsehen ist BürgerInnen-TV notwendig.

Heute (seit 1990): "Video Diaries". BBC "legt Wert auf Qualität, ermöglicht aber Autonomie". Schnitt im BBC-Studio. BBC sucht AmateurInnen und stellt ihnen Ausrüstung zur Verfügung.

Channel 4 hat eine ähnliche Leiste.

Buchempfehlung: Tony Dowmunt (Hg.): "Channels of resistance", London 1995

USA

Das Land der Public Access-Kanäle, mehr als 2.000. Idee in den 60erjahren auf Druck von "unten" entstanden. Zur gleichen Zeit das Aufkommen der Videokamera. Video wurde für "Community-Arbeit" und Experimente genutzt. Erste Sendung 1962.

Ab 1972 in New York in Kabelnetzen Verpflichtung, einen PA-Kanal zu betreiben.

Buch: "Massenmedien spontan" (Aufsatzsammlung von Medienprojekten)

"Alternate media center": 1981 20 Stunden Programm pro Woche.

1972: FCC erläßt als Zugangsregel für Kabelbetreiber, daß ab 3.500 AbonnentInnen-Haushalten ein PA Kanal eingerichtet werden muß.

1979 in 24 Gemeinden Public Access

Kabelgesetz wurde neu geregelt, Vergabe wurde in die Hände der Gemeinden gegeben => 1984 endgültig in Gesetz festgeschrieben. Kongress: "Public Access nützt der Redefreiheit."

Downtown community television center

Finanzierung durch Auftrags-Produktionen für Sender wie NBC.

Home box office

Landesweites Sendernetz ohne Werbung

Deep Dish TV Network

Kabelkanäle können ihr Programm einspeisen, ihr Programm wird dann über Satellit ausgestrahlt.

Die Kanäle sind in ihren Aussagen kaum limitiert; es gibt ungeschriebene Konventionen und eine Art Selbstregulierung durchs Feedback der ZuseherInnen.

Gulf Crisis Project: Zusammenschluß von PA-Kanälen, die während des Golfkrieges alternative Informationen angeboten.

"Paper Tiger Manifest":

"Paper Tiger"-Gruppe produziert ca. zweiwöchentlich Sendungen fürs Satellitennetzwerk.

Schwerpunkt: künstlerisch/kritisch/ästhetische Gestaltung der Inhalte.

Artikel über Paper Tiger Television in: Camera Austria Nr. 47/48, Seite 65-68

Möglichkeit, Videos aus der Lehrveranstaltung vollständig anzusehen:

Medienwerkstatt 1070 Wien, Neubaugasse 40a, Tel. 52 63 667 (Montag, Dienstag, 13-17 Uhr)


1999-11-10

Utopische Modelle von Fernsehprojekten

Modelle wie Push-TV, Internet-Fernsehen, einmalige Events, Video on Demand

Eine Änderung steht dem Fernsehen bevor bzw. sie hat schon begonnen. Das klassische 1-N-Modell wird abgelöst.

Das heißt nicht, daß sich inhaltlich was ändert; angestrebt wird, Internet und Fernsehen zu verbinden. Die alten Vertriebskanäle (Kabel und Antenne) werden jedoch nicht vollständig ersetzt.

In den 70erjahren scheiterten Fernsehprojekte an der damals nicht vorhandenen Sendemöglichkeit; Ideen von freien Kanälen wurden jedoch aufgegriffen (z.B. Minderheitensendungen).

Bietet das Internet eine Möglichkeit, das klassische Fernsehen aufzubrechen und Interaktion mit den BürgerInnen zu ermöglichen?

Seit den 60erjahren Versuche mit interaktivem Fernsehen; einzelne Events.

Später Experimente mit Publikumsbeteiligung, z.B. Telefon-Interface.

Fernsehen als Werkzeug der Kunst, nicht Informations- oder Unterhaltungsmedium.

Video on Demand/Interaktives Fernsehen

Elektronisches Kaufhaus für Filme oder Filme mit alternativem Ende. Interaktion eingeschränkt. Fernsehkanäle werden durch Kompression über herkömmliche Kanäle übertragen, Set-Top-Box hat auch Rückkanal.

Beispiel: "A taste of life": "Interaktives Dating"

Spiele im Netzwerk / Vernetzung realer Situationen

Autorennen, Abschießen usw.

Van Gogh TV: "Piazza Virtuale" - 1992, 100 Tage lang Live-Programm. Neben Hauptstudio 20 andere in aller Welt.

Piazza Virtuale: in "Medium" 2/1993, S 25-28

Spiegel v. 18. 5. 1992 "Zukunft des Fernsehens"

Live-Übertragung von Menschen


1999-11-17

Fernsehprojekte in Österreich in den 70er und 80erjahren

Damals große Unzufriedenheit mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen; "normale" Leute kamen nie zum Wort und es gab keine Sendungen über sie. Ähnlich wie in anderen europäischen Ländern forderten BürgerInnen Zugang zum Fernsehen.

1974, Grazer Fernsehtage: eigener Kanal in einem Hochhaus, Reaktionen des Publikums wurden beobachtet.

Gruppe Grund 100, Institut für Informationsentwicklung und Gruppe Alternativmedien waren beteiligt.

1975 Einrichtung eines Studios in Großfeldsiedlung in Wien.

1975 Studie der Gruppe Grund 100: anhand der Erfahrungen mit kanadischem Medienzentrum ein "Medienbus", in der zweiten Phase ein Medienzentrum zur Gestaltung von Beiträgen für lokales Kabelfernsehen.

Literatur zur alternativen Medienarbeit:

Gerhard Lechenauer: "Alternative Medienarbeit" 1979

Johanna Dorer et al.: "Medienverzeichnis 92/93" Wien, 1992

"Hinweise zu einer Theorie alternativer Lokalkommunikation"

Großfeldsiedlung: als es zur Realisierung gekommen wäre, wurde die Aktion auf politischen Druck gestoppt.

Juni-Oktober 1976, Mattersburg (Burgenland): "Lokales Fernsehen Projekt Burgenland". ORF untersagte die Ausstrahlung, die gedrehten Videos wurden vom Medienbus in verschiedenen Orten vorgeführt.

Ausgangsüberlegung: Massenmedien verhindern Kommunikation; Alternativprojekt soll Kommunikation wieder instand setzen.

Projekt Burgenland hatte ca. 5 fixe MitarbeiterInnen; insgesamt haben etwa 300 Leute in einer oder anderen Form mitgemacht; es gab Unterstützung vom Bundesland. Publikum: ca. 5000. Vor allem Jugendliche beteiligt.

Projekt Steiermark: November 1976-Juni 1977 in Graz; Studio in Graz, Projekte in mehreren Städten. Ca. 5 Personen fixes Team.

Arbeiter machen Fernsehen

Videoinitiative Graz: in Betrieben wurden zusammen mit ArbeiterInnen, BetriebsrätInnen usw. Sendungen über ihr Leben (im Betrieb und außerhalb) gemacht. Grundidee: Arbeit hat wichtigen Anteil an der kulturellen Identität.

Vier Videos entstanden.


1999-11-24

Arbeiter machen Fernsehen

30-minütige Dokumentation über das Projekt (1980)

Buch: "Arbeiter machen Fernsehen"

Videoproduktion nach Einschulung durch ArbeiterInnen - Demokratische Medienproduktion, Annäherung an die soziale Wirklichkeit, Änderung der ästhetischen Vorgaben des Mediums, Erfahrung mit dem Umgang mit dem Medium.

Handlungsforschung (Aktionsforschung): Versucht, die Realität der Betroffenen zu verändern, damit ein Lernprozeß für alle Beteiligten stattfindet. Keine Subjekt-Objekt-Beziehung, sonder Subjekt-Subjekt-Beziehung; keine Unterordnung der beobachteten.

Praxistheorie: qualitative Methoden (Gruppendiskussion, offenes Interview).

Weder die Filme noch die Dokumentation wurden jemals in einem großen Fernsehsender gezeigt.

Verein Wiener Medienzentren => Medienwerkstatt

Wien. Zusammenschluß vieler Mediengruppen. Medienzentrum, das für alle offen steht. "Produktion und Verbreitung außerhalb der monopolisierten und kommerziellen Medien..."

Ab 1980 offenes Studio. Im ersten Jahr 63 Produktionen.

"Volksstöhnende Knochenschau": Video-Wochenschau, Beiträge von Gruppen und Einzelpersonen, max. 20 Minuten. Alternative Themen. Mit einem Bus an verschiedenen Orten und einem kleinen Kino gezeigt.

Falter 7/1992: "Videowerkstatt"

Filmbeispiel: Straßentheater, Sommer 1980

Ziele der alternativen Videoproduktionen (ca. 40 Wochenschauen): Verstärkung und Artikulationshilfe für Schwulen-, Frauen-, Hausbesetzungs- und andere Gruppen.

Initiative Gegenlicht

Salzburg, 1979. Initiative von PublizistikstudentInnen. (Damals noch weniger Möglichkeiten, am Institut mit Video zu arbeiten.)

Produktion von "Ton-Diaschauen", ca. 60 bei Gegenlicht, und ca. 30 Videotapes. Nicht nur in Salzburg produziert, sondern auch anderswo (z.B. Verschwinden der slowenischen Sprache in Kärnten).

ca. 1983 kam Farbvideo auch in den Low-End/Amateurbereich.

Kann Video heute als Gegenmedium funktionieren?

Wo es gut funktioniert:

Was das Medium nicht kann:


1999-12-01

Gegenlicht Salzburg

Videobeispiel aus 1984 über das Verschwinden der slowenischen Sprache

Stadtwerkstatt Linz

Seit 1986

"Automaten-TV" (1989): Spielhalle als Fernsehstudio; Gäste gestalteten Fernsehen mit + vorproduzierte Beiträge. Thema: "Unfall und Glücksfall"

"Hotel-Television"

"Live in Buffalo" (1990):

"Niemand ist sich seines sicher - Out of control" (1991) In 3sat ausgestrahlt.

"Checkpoint '95" (1995)

"Clickspace - Ansichten von Linz" (1998) via Internet

Technik, künstlerische Arbeit und Konzeption wird selbst gemacht; "Fernsehen muß unter die Haut gehen" - Fernsehen als Kunst (nicht Journalismus oder Aktivismus)

1987: Fernsehprojekt während Ars Electronica geplant; von ORF nicht erlaubt.

"Live-Sendung ist das Blut des Fernsehens. Nirgends ist das Fernsehen nervenzerreißender ..."

Wichtig, daß ZuschauerInnen das Programm und dessen Verlauf beeinflussen können.

1. Instinktfernsehen, auch auf die Gefahr hin, daß was schiefgeht

2. Instant-TV

3. Reaktions- und Aktions-TV - Interaktion mit dem Publikum

4. Katastrophen-TV

Freimachen von einseitigen Kriterien der Medien- und Kulturindustrie. Weiterentwicklung der Ton- und Bildsprache.

Gruppe Lokal-TV

1996-97 Versuch, Fernsehprojekte der 3. Art durchzuführen. Ca. 15 Personen, Mangel an technischen Ressourcen; letztlich nur auf Video in einigen Lokalen gezeigt. Politischer Anspruch, Gegenmedium, auf vergessene Themen aufmerksam machen.

Ausschnitte: Medien- und Arbeitssituation von jungen KünstlerInnen; Hausbesetzung.


1999-12-15

Web-Free-TV

Kompression: Voraussetzung für Web-TV. Unterschiedliche Verfahren für Audio und Video. Reduktion auf ein Fünfzigstel der Datenmenge oder noch kleiner möglich.

Für www.webfreetv.com ist der kostenlose Vivo Player notwending (nur für Mac und Windows).

Andere TV-ähnliche "Sender" im Netz: Event-Guides, echtes Internet-Fernsehen, kurze Videodateien zum Herunterladen usw.

Ursprünglicher Name: q1vision, erst Mitte 1999 WebFreeTV. (war schwer zu merken...)

Special-Interest-Programm. Zielpublikum: eher jung, so wie generell im Internet.

Finanzierung: Aktiengesellschaft, 100 % eigenfinanziert, Unterbrecherwerbung. Unternehmen können sich Kanal einrichten lassen.

Nicht viel Feedback von der Presse; eher nur Unternehmen und Personen, die etwas senden wollen.

Ziel: Demokratisches Fernsehen.

Laut Vorstand wird WebFreeTV nicht das herkömmliche Fernsehen oder sonstwas verdrängen, sondern ergänzen.

"Interaktives" Element: Kontakt zum Sender, Abspielen eigener Beiträge.

TIV "True Image Vision"

"Junges und urbanes alternatives Fernsehen"

Seit April 1999. Täglich abends auf dem Telekabel-Infokanal.

Sehr wenig Geld => Junge Leute gleichen das mit Humor aus.

Vorstellung von Videospielen, Theatergruppen, Themen wie Rassismus usw.

Newsroom (sonntags): Probleme von Jugendlichen werden aufgegriffen.

"Happy-TV" (montags): SendungsmacherInnen machen das, was ihnen Spaß macht => "eigenartiger Stil". Umsetzung bewußt dilettantisch. Telenovela - Publikum konnte entscheiden, wie die Geschichte weitergeht.

Montag: Happy-TV, Dienstag Technik, Mittwoch Musik, Theater, Urlaub, Donnerstag Interviews, Freitag ernstere Themen, Samstag Andrea Egger ("für meinen Geschmack eigenartig") Sonntag Newsroom ("recht gute Informationen, lustig verpackt").

Presse: sehr wenig beachtet. "Die Presse" hat am meisten berichtet, schwankt zwischen positiver und negativer Beurteilung. Andere Medien: "unprofessionell gemacht" - einige sagen "erfrischend". "Falter": positive Beurteilung. Oft mit MTV verglichen.

18 Millionen Budget pro Jahr (100 Mio. wären für einen Sender normal).

Finanzierung durch öffentliche Hand, aus einem Fonds für Kunst- und Filmförderung.

ZuseherInnen-Befragung: 5 von 60 befragten Personen hat TIV überhaupt gekannt; die meisten aus dem Bekanntenkreis.

Kabel- und Rundfunkgesetz, aktuelle Fassung: Fernsehen im Kabel ist grundsätzlich erlaubt. 2 Sender in einem Sendegebiet haben Anspruch auf Sendeplatz.

Verhandlungen mit Telekabel: Ziel, daß das Projekt sich trägt und nicht bald verschwindet.

Öffentliche Finanzierung wichtig. In Medien ist es wichtig, etwas herzeigen zu können, um überhaupt anzufangen zu senden.

Finanzierung über Werbung, nicht Non-Profit, allerdings ist die Finanzierungsbasis noch nicht so breit, daß alle MitarbeiterInnen bezahlt werden können. Ganz wenige fix bezahlte Personen (in der Organisation) und bestimmte bezahlte Dienste.

ChefredakteurInnen sind auch ModeratorInnen. "Verantwortungsmäßiges Zuckerl." Personenbezogenes Fernsehen.

"Werbung integraler Bestandteil des Programms, soll aber das Programm nicht unterbrechen."


2000-01-12

Referat über Wohnpark-TV

Referat über UTV

März 1995 zuerst ausgestrahlt, bis Jänner 1996 7 Sendungen. Zuerst unter dem Namen "In-House-Report".

Drei Monitore am Institut.

März 1996: Streik an der Uni Wien. Täglich Sondersendungen, im AudiMax und dann an 12 Orten gezeigt.

1996 in "UTV Wien" umbenannt. Definition: Universitätsfernsehen mit Wien-Bezug.

Eine Zeit lang auch auf Wien 1 ausgestrahlt: alle 14 Tage eine halbe Stunde im Spätnachtsprogramm.

Seit Sommer 1999 Kooperation mit der ÖH: Sendeflächen an anderen Instituten.

UTV als Agitationsmedium

Beim Protest gegen das Sparpaket 1996 bedienten sich die StudentInnen mehrerer modernen Medien (SPÖ-Homepage gecrackt und Uni-TV), um Aufmerksamkeit zu erregen.

Drei Teams von In-House-Report ständig mit S-VHS-Kameras unterwegs.

Leitbild

Dient der Reflexion und Diskussion des Mediums. Kritische Auseinandersetzung mit den kommerziellen Medien.


2000-01-19

Gegenlicht Salzburg

1979 beginnt das Projekt. 1982: Verein gegründet. Freundeskreis von Salzburger PublizistikstudentInnen.

Ziel: kritische Medienarbeit, unterrepräsentierten Gruppen eine Stimme geben. Videos in Wochenschau gezeigt.

Inhalte: (Soziale) Mißstände in Salzburg und Umgebung.

Verein auf Subventionen angewiesen. (Beim Start: jeweils 40.000 öS von Stadt, Land und Bund)

Große Fluktuation bei den MitarbeiterInnen. Kaum Möglichkeit der Bezahlung.

1987 Konzeptlosigkeit, neues und aktiveres Zielpublikum angestrebt, aber langfristig nicht möglich. Projekt beendet.

Ton-Dia-Schau: Mit Fotoapparat Dias gemacht, Ton auf Kassette dazu. Herstellung sehr billig.

Keine umfassende Dokumentation, nur eine Dissertation und kurze Textstellen in Werken zum Thema.

Seit 1981 Verein Gegenlicht Wien.

Initiative "Arbeiter machen Fernsehen"

1979 und 1980 von der Videoinitiative Graz durchgeführt, wissenschaftliche Betreuung.

Neues Bild und neue Sichtweise der Arbeitsbedingungen.

Voraussetzung für die Zusammenarbeit: Herstellung einer sozialen Situation, die gemeinschaftliches Handeln ermöglicht.

"Wahrheit" wurde durch kritische Argumentation und Diskurs erreicht. Wissenschaftliche Theorie nur so weit eingebracht, wie sie aus der Wirklichkeit der ArbeiterInnen ableitbar war.

Herkömmliche Interviewsituation ungeeignet => ArbeiterInnen wurden in wirklichen Situationen gefilmt.

Wirkung: Diskussion über die Inhalte der Filme und die Arbeitsbedingungen.

Öffentliche Beachtung: Etwas Berichterstattung in Printmedien, im Fernsehen nur Ausschnitte in der Sendung "Ohne Maulkorb". Über 40 Vorführungen in Wirtshäusern der Region. Buch, Auflage 1.300 (am Institut).

Folgeprojekt des Bundesministeriums für Wissenschaft über Folgen der Einführung von neuen Medien.


2000-01-26

Projekt Burgenland

Resultat der großen Unzufriedenheit mit dem ORF in den 70er. Vorwürfe: Bevölkerung wird im ORF nicht richtig dargestellt und dargestellt.

Juni bis Oktober 1976. Motto "Demokratisierung des Fernsehens". 5Köpfiges Team, Bevölkerung eingeladen, Beiträge zu gestalten.

Ziel: Öffentliches Problembewußtsein.

Video neue Methode, es in Worte und Bilder zu fassen.

Kritik an der Arbeitsweise des ORF. (Hierarchisch, Verzerrung der Realität)

Finanzielle Unterstützung vom Bundesland, Raum in Mattersburg zur Verfügung gestellt.

Erste 10 Wochen: Organisation, Einrichtung des Studios, Werbung für Mitarbeit.

Nächste Phase: Da kein Kanal zur Verfügung stand, wurden die Videos in Gasthäusern vorgeführt. Vorteil: Diskussion möglich. Das Interesse stieg im Laufe des Projekts stark an.

Arbeitsweise

Versuch, die Bevölkerung zu engagieren. Gruppe in der ganzen Bevölkerung gut akzeptiert.

Selbstbild: Mischung aus JournalistIn und SozialarbeiterIn, nicht sehr am Output, sondern am Arbeitsprozeß interessiert.

Soziale Verbesserungen, z.B. Radkersburg: Rampen für RollstuhlfahrerInnen; Verhinderung eines Schießplatzes mit BürgerInneninitiative.

Folge: Videozentrum in Graz, Geräte konnten ausgeborgt werden, Schulungen.

Geld vom Unterrichtsministerium, Dauer von 4 Monaten direkte Folge der Finanzierungsverhältnisse.

Kritik am ORF, dieser habe selbstherrlich agiert. Konfrontation mit ORF, Fokus auf Lokalbezug.

Demokratisches Prinzip, aber Selektion: Konzentration auf soziale Probleme.

Medienrezeption

Starker Anklang in der lokalen Presse. Je nach politischer Blattlinie Lob oder Kritik.

Überregional: Vor allem Zustimmung.

Projektteam war unzufrieden: 1. Einzelne Personen als LeiterIn dargestellt. 2. Personen, die nichts mit dem Projekt zu tun hatten, wurden als im Zusammenhang stehend dargestellt.

Berichte im ORF teilweise verzerrt.


© Balázs Bárány. (Homepage | datascientist.at)
Zuletzt geändert: 2000-01-27.