Bobrowsky, Manfred

607014 - Grundprobleme der journalistischen Vermittlung: Printmedien, iG.3.2, UE

1997-10-15 Einführung

1997-10-22

1997-10-29

1997-11-05

1997-11-12

1997-12-03

1997-12-10

1997-12-17

1998-01-14

1998-01-21

1998-01-28


1997-10-15 Einführung

Die Übung basiert auf Vorträgen der Studierenden zu verschiedenen Themenbereichen, die unter Printmedien fallen. Zum Vortrag soll ein Hand-out für alle 50 Studierende mitgeliefert werden (mit Quellen!), damit im Laufe der Vorlesung für alle eine "Mappe" entsteht.

Die angegebene Kapazität von 50 Studierenden ist genau zu beachten, ohne Anmeldung sollte mensch auch zum ersten Termin nicht gehen!

Themen der Lehrveranstaltung - Referatsmöglichkeiten

Pressetexte im Internet - www.pressetext.at

Bei jedem Vortrag im Hinterkopf behalten: Es gibt nur drei Medien in Österreich, die bestimmend sind: ORF, Kronen Zeitung, News.

Mensch sollte regelmäßig ins Café gehen, um Zeitung zu lesen.


1997-10-22 Weitere Details zu den angebotenen Themen, Übungsarbeiten

Geschwindigkeit der Medien: (Teletext,) (Internet,) Radio, Fernsehen, ..., Tageszeitung

1. Übung (bis zum 5. 11. abgeben): Der österreichische Presserat - Gewissen des Journalismus - ein Kommentar. Dazuschreiben, für welche Zeitung. (Der Presserat kann Verstöße gegen die journalistische Ethik feststellen und ermahnen, aber nicht strafen. Siehe "Der österreichische Journalist". (sollte abonniert werden)) Zeigen, daß mensch die Medien verfolgt. (Vielleicht: elektronische Zeitungen; wo sitzt die Redaktion, wer hat es geschrieben)

2. Übung (bis 12. 11.): Journalistische Fehlleistungen - Verstöße gegen die Bestimmungen des österreichischen Presserates: einige Beispiele. (Aus Zeitung herausschneiden, kopieren)

3. Übung: (3. 12.) Quellensuche anhand von Zeitungsmeldungen (Zeitungsenten-, Grubenhundgefahr) Ist die Zeitung seriös, ist gekennzeichnet, wo die Information herkommt? (wieder ausschneiden, fünf Beispiele)

4. Übung: Originalmeldungen der APA als "Wahrheit" annehmen, Vergleich mit Tageszeitungsberichten an den folgenden Tagen, anschauen, wie sehr die Meldungen verändert werden.

Die Richtlinien des Presserates gibt es in "Heinz Pürer: Praktischer Journalismus". In der Bibliothek sollte es eine Mappe "3.2 BO" geben.

"Gerhard Ruiss: Handbuch für Autoren und Journalisten"

"Claudia Mast: ABC des Journalismus - ein Leitfaden für die Redaktionsarbeit"


1997-10-29 Verteilung der Themen

Es gibt ein Buch "Der österreichische Presserat" von Felix Gamelschek.


1997-11-05

In Zukunft werden die Datenbanken des Instituts über das WWW zur Verfügung stehen.

Dafür ist notwendig, daß die verwendete Literatur per E-Mail oder Diskette an Dr. Bobrowsky weitergegeben wird. Format: Mit Tabulatoren getrennt:

Zuname=>Vorname=>Titel=>Ort, ErscheinungsjahrAuflage=>Verlag


1997-11-12

Projekt Wiener Lokaljournalisten: ABC des Journalismus

Ulrich Sasser (oder so): Macht von Medien - Medien durch Macht Hamburg, 1993

Handouts sollten erst nach dem Referat ausgeteilt werden, damit die Aufmerksamkeit des Publikums nicht vom Referat abgezogen wird

Lust oder Frust

Anfang des 19. Jahrhunderts gab es erstmals fest angestellte JournalistInnen. Diese waren damals oft PolitikerInnen. (Heute definieren sich JournalistInnen eher als KritikerIn.)

Drei Wege zum Journalismus: Studium; Lehrgang; einfach einsteigen.

Enorme Verbesserungen durch neue Technologien: Textverarbeitung, Online-Recherche.

Studie nach Umstellung auf die neue Technik: Vorteile: Arbeitserleichterung, Aktualität; Nachteile: Mehrarbeit, technische Unzulänglichkeit, Qualitätsverschlechterung.

Warum haben JournalistInnen diesen Beruf gewählt? Häufige Antworten: "Mission", "Selbstdarstellung"

Computer- und Internetkenntnisse sind für NeueinsteigerInnen nicht notwendig, aber gern gesehen.

JournalistInnen müssen vielseitig sein, es wird immer seltener, daß jemand z.B. nur Wirtschaft kann.

Bei großen Zeitungen wird noch in den Redaktionen gearbeitet, bei lokalen Medien kommt Arbeit am heimischen Computer oder Laptop vor.

Soziale Absicherung ist wichtig, weil ohne finanzielle Grundlage die Beeinflußbarkeit steigt.

ORF-MitarbeiterInnen sind finanziell gut abgesichert, auch freie MitarbeiterInnen sind auch sozialversichert.

2/3 der JournalistInnen sind von gesundheitlichen Problemen betroffen (Herz/Kreislauf, Magen, Bandscheiben-, Rückenschmerzen)

Männerdomänen in etablierten Medien: Politik, Wirtschaft, Sport

Frauen, die Karriere machen wollen, müssen die männlichen "Werte" übernehmen.

Frauenanteil im österreichischen Journalismus zwischen 1981 und 1992 um 8 % auf 24 % gestiegen.


1997-12-03

Für ein Filmprojekt von StudentInnen werden AkteurInnen jeden Alters gesucht. Handlung ungefähr: Dreier-Wohngemeinschaft; ein Paar, eine lesbische Mitbewohnerin. Verbindendes Element sind gemeinsame Erlebnisse... Parodie.

Am 17. Dezember findet die LV im Hörsaal 2 statt, da Dr. Duchkowitsch im HS 1 habilitiert.

Die Medienmacher: Bestimmen PR-Agenturen, was in der Zeitung steht?

Journalismus und öffentliche Meinung hängen zusammen. Organisationen möchten auch die öffentliche Meinung beeinflussen, also kann die PR den Journalismus beeinflussen.

JournalistInnen bekommen direkt oder mit Umweg über Nachrichtenagenturen oder aus eigener Bearbeitung (Pressekonferenz) PR-Stoff.

Wenn die PR-Agentur mehrere Nachrichtenagenturen für sich "einspannen" kann, steigt die Chance, daß die "Meldung" in den Zeitungen abgedruckt wird, stark an.

Die Medienmacher: Bestimmen PR-Agenturen, was in der Zeitung steht? II

Die Tageszeitung Hürriyet ("Freiheit") ist die größte unter den türkischen Tageszeitungen. Sie hat sogar eine internationale Ausgabe, die in Frankfurt gedruckt wird.

In der Türkei gibt es keine Pressefreiheit. Der Spruch in der linken oberen Ecke der Titelseite des Hürriyet bedeutet "Die Türkei gehört den TürkInnen". Es ist nicht möglich, Zeitungen in kurdischer Sprache oder auch nur Beschreibungen der Situation der KurdInnen erscheinen zu lassen.


1997-12-10 Referate

Das Nachrichtengeschäft - Die anonyme Dominanz des Agenturjournalismus

Die Nachrichtenstrukturen werden immer komplexer, nicht einmal mehr die Zeitungen kennen sich komplett aus.

Die Kosten der Informationsbeschaffung werden von den Agenturen getragen, die Abnehmermedien zahlen einen pauschalen Preis, der sich auf viele solche verteilt und somit niedriger ist.

Agenturen stehen im Hintergrund, die JournalistInnen sind anonym.

Kriterien der Nachrichtenauswahl: kaum genau zu definieren. Immer wieder kommen "wichtig" und "interessant" vor.


1997-12-17

Die Zeitungssprache - Das Deutsch der Profis

Merkmale der Verständlichkeit

Ratschläge

Unterschied Verständlichkeit (statisches Merkmal des Texts) <=> Verstehen (dynamischer Prozeß)

Faktoren, die das Verstehen begünstigen: grafische Strukturierung, Wortfrequenz, Verhältnis von Verben zu Nomen, Satzlänge/Satzverschachtelung (Hauptsatz; eingeschobene Nebensätze unerwünscht; was im Satz zusammenhängt, sollte nicht mehr als um sechs Wörter oder zwölf Silben auseinandergezogen werden), Vermeidung der Satzmonotonie

Stil

Unarten:

  1. Wortzusammensetzungen: goldmedaillenverdächtig
  2. Eigenschaftswörter: das langsame, qualvolle Sterben (um fade Vorgänge interessanter zu erzählen)
  3. Metapher falsch eingesetzt: "mit scharfer Zunge auf den Putz gehauen"
  4. Wortschatz der Sensationen: schrecklich, furchtbar => Bedeutung wird abgeschwächt
  5. Synonyme: bei Nomen kann Wiederholung nicht immer vermieden werden.

Der Titel

Mögliche Vorgangsweisen, um LeserIn zu "fangen": Superlativ, Übertreibung, Wiederholung, Anlehnung an ein Zitat, Reim, Komik, ...

Vermeiden: Fremdwörter, Fachausdrücke, Begriffe aus Parallelsprache und Slang. Perfekt und Passiv. Demonstrativpronomen.

Grundregel für JournalistInnen

Die Dosierung der Stilmittel, Maschen oder Moden entscheidet über Klarheit und Qualität der Ausdrucksweise. Und diese entscheidet darüber, ob der Leser am Angelhaken bleibt oder auf das Geschreibsel pfeift.


Bildjournalismus und Bildmanipulation

Arten von Bildern:

Pressephoto

Bildreportage

Foto-Essay

Bildbeschaffung: Aus dem Archiv: billig, aber schnell veraltet; selbst machen: teuer; Gratisfotos: oft versteckte Werbung; Bildagenturen.

Fotos werden oft noch vor der Überschrift konsumiert. "Aufmacher-Bilder", Blickfang-Fotos sollten groß und im oberen Drittel der Seite sein.

Bildkombination: Ein Foto sollte immer dominieren, Bildfolgen mit gleich großen Bildern sind schlecht.

Positionierung von Fotos: Werbeumfeld beachten, wenn möglich die Werbung deutlich abgrenzen!

Bewegungen, Richtungen sollten zur Zeitungsmitte führen, weil dadurch ein "geschlossenes" Seitenbild erreicht wird.

Proportionierung: "Harmonisch": 3:5. "Extremformate" (unwichtiges wird weggeschnitten) erzeugen viel Aufmerksamkeit. Auf Abwechslung ist zu achten (klein, groß, hoch, quer ...).

Bild- und Textkombination: Kein Bild ohne Bildunterschrift, Legende sollte passen! Archivbilder sollten als solche gekennzeichnet werden. Fotos nicht überinterpretieren.

Bildmanipulation

FotografIn entscheidet über den Moment des Abdrückens, Wahrheit des Bildes ist Wahreit der/s PhotographIEn.

Auswahl, was überhaupt fotografiert wird

Gestellte Fotos

Bildfälschungen


Erkenntnis durch Recherche

Recherche: Beschaffung und Absicherung von Informationen, die journalistisch verwertet werden.

Aktive R.: Personen finden, mit deren Hilfe eine Fragestellung geklärt werden kann. Agenturmeldungen verfolgen, Konkurrenzmedien konsumieren

Passive R.: Anrufe von InformantInnen in der Redaktion, Information, die "zugeschoben" wird

Wichtig: Methodisches Recherchieren.

Häufiger Fehler: in die Breite statt in die Tiefe recherchieren.

Grundsätzliche Haltung des/r JournalistIEn: skeptisch, neugierig.


1998-01-14

Sehenswert: Neue GruWi-Homepage

Referat: Zeitungslayout

Zeitungen werden erst durch ihr eigenes Layout zum Markenprodukt. Die LeserInnen müssen auf den ersten Blick "ihre" Zeitung in der Trafik oder am Zeitungsstand erkennen. Dabei ist Kontinuität notwendig, es darf keine großen plötzlichen Änderungen geben.

Es wird auch bei Tageszeitungen immer mehr mit Farbe gearbeitet.

Eine neue Zeitschrift, die auf den Markt kommt, kommt zuerst als "Dummy" aus. Daran kann geprüft werden, ob das Layout angenommen wird.

Zeitschriften werden "nach einem Layout" geschrieben, die RedakteurInnen bekommen von den GrafikerInnen fixe Rahmen, die sie mit ihrem Text füllen dürfen.

Streckenmodell

Einfache Form der Heftkonzeption, alle Artikel visuell gleichwertig, kein erkennbarer Höhepunkt

Mantelmodell

Dramaturgiemodell, ideal für monothematische Zeitschriften. Titelgeschichte in der Mitte, am "Scheitelpunkt" und soll zum Kauf anregen. Ein- und Ausstieg mit "Standardseiten".

Wellenmodell

Unterteilung in verschiedene Rubriken. Jedes Segment ist ein eigener Teil mit einem eigenen Aufmacher. Besonders geeignet für multithematische Konzeptionen (z.B. Illustrierte). Bietet ein Höchstmaß an Abwechslung und Übersichtlichkeit, ist jedoch in der Praxis kaum in Reinform möglich.

Yellow-Press-Zeitschriften

Gelb und Rot vorherrschend (Assoziation mit monarchischen Themen), Photos übertrieben farbig (Gegensatz zum tristen Alltag).

Einige Zeitschriften haben eine eigene typische Randfarbe, die jedeR kennt.

Grundlage der Gestaltung der Zeitungen: "Rasterbogen"

Wichtig u.a. für die Ausrichtung der Bilder.

Zwei Spalten: für literarische Texte

Drei Spalten: journalistische Texte

Vier Spalten: erinnert an Tageszeitungen

Trenduntersuchungen

Die Reichweite der Zeitungen bei Jugendlichen nimmt ab, diese versuchen daher, durch Jugend-Beilagen gegenzusteuern.

Die LeserInnen legen großen Wert auf die Übersichtlichkeit der Zeitung. Die meisten bevorzugen kürzere Meldungen; aber wenn sie zu kurz sind, sehen die LeserInnen lieber die Fernsehnachrichten.

Probleme bei Layoutveränderung (Beispiel: Blick... (=punkte))

Die Änderung des Namen hat zu Verwirrung geführt, viele Leute wissen nicht um die Kontinuität.

Die alte Ausgabe hatte zwei (manchmal ungleich breite) Spalten. Die Inserate wurden zu einem Block zusammengefaßt.

Nach der Neugestaltung wurde der Flattersatz in Blocksatz, die Schrift aus einem Serifen- in eine Nicht-Serifen-Schrift umgewandelt.

Journalistische Darstellungsformen

Printmedien verwenden mindestens 19 verschiedene textbasierte Darstellungsformen.

Reportage

Tatsachenorientierter, aber persönlich gefärbter Bericht. Handlungen sind das typische Merkmal, sie sollten nicht abstrahiert werden. ("sich zu den Betroffenen in den Rollstuhl setzen") Spannender Stil notwendig. Wechsel der Perspektive: einmal von außen, dann wieder von innen. Wechsel der Aktualität (latent aktuell/aktuell). Wechsel formaler Mittel.

Feature

Definition schwierig. "Darstellungsform zur Beschreibung der komplexen Gesellschaft", aber auch andere Definitionen. (Feature = Gesichtszug, wesentlicher Zug, charakteristisches Merkmal)

Das Feature geht mehr in die Tiefe als die Reportage. Wechselspiel zwischen ReporterIn im Geschehen, geschichtlichem Abriß, Zahlen, Daten, Fakten, Zitaten, usw., Schlußfolgerung.

Leitartikel

Klassische Form des Kommentars. Heute oft im Inneren der Zeitung.

Kommentar

Polemischer Kommentar <=>Analysierender Kommentar

Die Schlußfolgerungen, die gezogen werden, müssen optimal argumentiert und sofort erkennbar sein.

Glosse

Kolumne

BerühmteR PublizistIn schreibt teilweise völlig vom Blatt unabhängig.


1998-01-21

Journalistische Darstellungsformen

Nachricht

In Tageszeitungen haben die Nachrichten den größten Raum.

Hard News: Politik, Wirtschaft ... Informieren unpersönlich und sachlich, "hart".

Soft News: nicht so sachlich, sondern persönlicher formuliert, nicht immer nach Wichtigkeit der Information geordnet; vor allem in Boulevardzeitungen. Sie werden auch "human-touch"-Nachrichten genannt.

Aufbau einer Nachricht: Das wichtigste zuerst ("Lead"), das weniger Bedeutende hinten.

Lead

soll den LeserInnen Appetit auf den Artikel machen, Aha-Einstieg ("Das hat uns gerade noch gefehlt!")

Bericht

Nicht nur eine kurze Nachricht, sondern viele Nachrichten in einem Zusammenhang: Bericht.

Bericht könnte als ausführlichere Variante der Nachricht gesehen werden; Objektivität steht an erster Stelle.

Aufbau ähnlich wie bei der Nachricht.

In Berichten kann auch auf Zusammenhänge zugewiesen werden, aber diese dürfen nicht in subjektive Kommentare überschlagen.

Das Interview

~ wird hauptsächlich in der Recherche eingesetzt, kann aber auch eine Darstellungsform sein.

"Das Spiegel-Gespräch": kein normales Interview, zwei JournalistInnen sitzen einer prominenten Person gegenüber und diskutieren mehr, als daß sie nur befragen. Sie wollen die andere Person zu profilierten Aussagen zwingen. ("Inquisition") Autorisierungsrecht.

Regeln zur Autorisierung von Interviews: Gesprochene Sprache, die in Schrift umgesetzt wird, wird automatisch verändert. Vor dem Interview sollte eine Vereinbarung getroffen werden, ob das Umgesetzte noch einmal abgeändert oder zurückgezogen werden kann.

Wenn das Interview gekürzt wird, muß darauf geachtet werden, daß nur ganze Themenblöcke gestrichen werden und keine Aussagen ihren Sinn verlieren.

Feuilleton

abgeleitet von feuille... Blatt, Blättchen

Beschreibt in der Regel "kleine" Einzelheiten des Tages in sehr subjektiver, also persönlicher Betrachtung.

Hauptsächlich im Kulturjournalismus üblich, kann aber auch über Sport oder Politik usw. handeln.

Kritik und Rezension

Bewertung künstlerischen Schaffens.

Kritik ist immer subjektiv, muß aber fachliche Kompetenz erkennen lassen.

Elektronische Zeitungen

Warum gehen Printmedien ins Internet?

Anforderungen: Vollständigkeit, Aktualität, erkennbare Identität, Interaktion zwischen LeserInnen (untereinander) und der Redaktion.

News

wirkt überladen, Werbung zu aufdringlich und auf der Seite verstreut. Design ähnelt der Printausgabe. Nur die wichtigsten Artikel, Agenturmeldungen.

Service: Online-Archiv kostenlos, betrifft aber nur Online-Artikel.

Links, Linkbörse der LeserInnen, Online-Umfrage ("Soll Jörg Haider zurücktreten?"), Chat jede Woche.

Profil

Ruhiges Design, übersichtlich, nur ausgewählte Artikel. Inhalt der aktuellen Printausgabe. Chat, Archiv (1 Jahr zurück, kostenpflichtig, Volltext). Links. Online-Umfrage. "User berichten aus aller Welt". Diskussion zu Profil-Berichten.

Krone

Derzeit provisorisch, "Service" für jugendliches Publikum, keine Artikel.

Kurier

Durchlaufende Reuters-Nachrichten, "Navigator", Artikel: die wichtigsten Themen des Tages auf der Hauptseite, alle Artikel vollständig.

Service: Link-Tips zu Themen, Anzeigen.

Suche: aktuelle Ausgaben, Wochenrückblick gratis, Archiv kostenpflichtig.

LeserInnenbeteiligung: Umfrage zu KurierONLINE und Diskussion.

Der Standard

Erste Zeitung Österreichs im Internet.

Auf der ersten Seite die aktuelle Ausgabe überblicksmäßig. Alle Artikel auch online. "Schwerpunkt": Inhalt der Beilagen.

WebStandard: eigens fürs WWW; z.B. E-Mail-Adressen der wichtigsten PolitikerInnen sowie RedakteurInnen.

New York Times

Layout komplett auf die Printausgabe zugeschnitten. Online-Abo gratis für AmerikanerInnen, sonst Abo notwendig.

Wired

Archiv komplett und gratis, außer der aktuellen Ausgabe.

Die Zukunft

Allgemein wird angenommen, daß die gedruckte Presse überleben wird.

Gedruckte Zeitungen sind für alle zugänglich, sehr billig und sie können überall hin mitgenommen werden. Zeitungen im Internet sind ein Nischenprodukt und sind nur eine Ergänzung der Printausgabe.

Lifestyle-Magazine

Lifestyle = Zeistgeist. Auch eine bestimmte Form des Journalismus.

Zuerst 1982 im Wiener: "Zeitschrift für Zeitgeist".

Kennzeichen: Unterhaltung, Information, Ratgeber. Politische Probleme werden bearbeitet.

Titelgeschichten handeln meist von Frau/Mann-Beziehungen, Sex, Erotik.

Hoher Anteil an Inseraten und PR-Artikeln.

Themen: Praktisch jede Geschichte, Aufarbeitung der Story entscheidet über Aufnahme ins Blatt.

Zeitgeistidentität: Schaffen des "In-group-Gefühls" als Marketingstrategie, LeserInnen sollen das Gefühl bekommen, Opinion leader zu sein.

Aktualität ist nicht wichtig, "aktueller Aufhänger" ist der Ersatz.

Unterhaltungswert sehr wichtig, Ereignis kann sogar in den Hintergrund treten.

"Hypen": Dramatisieren von Ereignissen über ihre Bedeutung hinaus.


1998-01-28

Kommerzielle Publikumsforschung

Die "kleinen RedakteurInnen" haben sehr oft keinen direkten Zugriff auf gesicherte Daten wie Media-Analyse usw.

Media-Analysen

Daten basieren auf persönlichen Interviews. 1996 wurden 15887 Personen interviewt. Großes Problem: Self-Report-Daten.

Es wird nicht nach "genau gelesen", sondern nach "in der Hand gehabt" und "durchgeblättert" gefragt: für die Werbewirtschaft ist die erste Frage nicht so interessant.

WLK: Weitester LeserInnenkreis: Person, die in einem definierten Zeitintervall einen Medienkontakt hatte.

LpN: LeserIn pro Nummer

LpA: LeserIn pro Ausgabe

Reichweite: entspricht LpN oder LpA

Leseverhalten

Medienumwelt Österreich

Trends in Österreich:

Leseorientierung seitens der LeserInnen

Befürchtungen, daß das Lesen zurückgehen könnte. Denen widerspricht das Rieplsche Gesetz von der Medienkomplementarität.

Wie gehen Zeitungen auf diese Wünsche ein?

z.B. Standard ist zuerst ohne Chronik, Sport und Kinoprogramm erschienen. Die LeserInnen haben das bemängelt, sodaß diese Rubriken sofort installiert wurden.

LeserInnensegment der Kronen-Zeitung

Nicht nur die unteren Schichten lesen die Krone, Reichweite in der untersten Bevölkerungsschicht sehr niedrig. 38 % der A-Schicht sind Krone-LeserInnen.

Redaktionelles Marketing

Zielebene: Publizistische Qualitätssicherung

Mittelebene: Redaktionsmarketing, Redaktions- und Medienmanagement.

Extrem wichtig: Vertrauen der LeserInnen in die Redaktion; LeserIn-Blatt-Bindung (durch Service, Gewinnspiele usw.); Versuche, Rückmeldungen zu enthalten; Einbeziehen der LeserInnen in die Produktion (problematisch).


© Balázs Bárány. Nicht autorisiert. Für Nutzungsbedingungen siehe http://www.tud.at/uni/kleingedrucktes.htm.
zuletzt geändert (JMT): 1999-10-01